Ein Schauspieler in Italien hat sich auf der Bühne stranguliert und schwer verletzt. Nun ist der 27-Jährige gestorben. Gegen zwei Regisseure und Techniker wird ermittelt.

Ein Schauspieler hat sich während einer Aufführung in der Toskana vor den Augen des Publikums vermutlich versehentlich selbst stranguliert. Er hielt einen Monolog, in dem es um die Existenzkrise eines Jugendlichen ging. Am Ende habe der 27-Jährige in der Nacht zum vergangenen Sonntag in einem Theater in Pisa einen Suizid durch Erhängen darstellen wollen, berichteten unter anderem die Nachrichtenagentur Ansa, CNN und die Zeitung "Il Messaggero".

Zuschauer bemerkten zunächst nichts

Da er eine Kapuze über den Kopf gezogen habe, hätten die Zuschauer aber zunächst gar nicht bemerkt, dass etwas nicht gestimmt habe. Eine Medizinstudentin im Publikum habe schließlich bemerkt, wie der Mann gezittert habe und schließlich Alarm geschlagen.

Im Fall Mohamed ging man zunächst von vorgetäuschter Entführung aus.

Gemeinsam mit einem anderen Zuschauer lockerte sie die Schlinge und legte den 27-Jährigen auf den Boden. Da war der Schauspieler schon bewusstlos. Kurze Zeit später kam er ins Krankenhaus, seither lag er im Koma. Am Donnerstagabend sei bei dem Schauspieler dann der Hirntod festgestellt worden, teilte eine Krankenhaussprecherin mit.

Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um einen tragischen Unfall handelte, jedoch wurden gleichzeitig Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen zwei Regisseure und zwei Techniker des Theaters eingeleitet. Möglicherweise seien auch Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten worden, berichtete etwa Ansa.

Das Theater teilte mit, man schließe für zehn Tage "nach dieser undenkbaren Tragödie". Alle Vorstellungen und sonstigen Aktivitäten wurden abgesagt.

Laut der Zeitung "Corriere della Sera" hatte sich der Schauspieler kurzfristig entschieden, statt eines Pistolenimitats das Seil zum Erhängen für die Suizidszene zu nehmen.

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