Über die Fidschi-Inseln im Südpazifik ist ein verheerender Zyklon hereingebrochen. "Winston" fegte mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 325 Kilometern in der Stunde über den Inselstaat.

Tausende Einwohner waren vorher in mehr als 700 Notunterkünfte geflüchtet. Der Online-Nachrichtendienst "Fijivillage" schrieb von einem "Monstersturm".

"Winston hinterlässt eine riesige Schneise der Verwüstung", hieß es. Dutzende Häuser seien zerstört und ein Mann auf der Insel Koro erschlagen worden, als sein Haus zusammenbrach. Auch Überschwemmungen gebe es. Die Behörden machten zunächst keine Angaben zu Schäden. Das Ausmaß dürfte erst nach Sonnenaufgang am Sonntag deutlich werden. Das Land ist Westeuropa zeitlich elf Stunden voraus.

So sieht die atomare Sperrzone fünf Jahre nach der Katastrophe aus.

Die Regierung erklärte alle der mehr als 300 Inseln zum Katastrophengebiet. Das gibt den Behörden Sonderbefugnisse, um den Wirtschaftsbetrieb des Landes aufrecht zu erhalten. "Zyklon Winston hat das ganze Land in Mitleidenschaft gezogen", sagte der Chef der Behörde für Katastrophenschutz, Melati Bainimarama. Seit Samstagabend galt eine Ausgangssperre.

Beim Kurznachrichtendienst Twitter wurden Fotos von umgestürzten Strommasten und Palmen hochgeladen, die von der Insel Taveuni stammen sollen. "Fijivillage" zitierte Einwohnerin Elenoa Roqaranaivalu, nach deren Angaben mindestens vier Häuser auf der Insel abgedeckt wurden und Masten umknickten.

Die Fidschi-Inseln mit rund 900 000 Einwohnern liegen 3000 Kilometer östlich von Australien und 2000 Kilometer nördlich von Neuseeland. Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen. Die meisten Besucher kommen aus Australien und Neuseeland.

Nach Berechnungen der neuseeländischen Wetterbehörde wirbelte der Zyklon mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 325 Kilometern in der Stunde und gehört damit in die gefährlichste Kategorie 5. "Winston ist der stärkste Zyklon und der erste der Kategorie 5, der auf Fidschi je registriert wurde", schrieb Meteorologin Lisa Murray.

In Neuseeland war das Rote Kreuz in Alarmbereitschaft und stand auf Abruf für einen Hilfseinsatz bereit. "Winston ist ein unglaublich mächtiger Sturm", sagte Generalsekretär Tony Paine. "Häuser, Infrastruktur und Ernten dürften in Mitleidenschaft gezogen werden. Das könnte auch langfristig weitreichende Folgen haben."

Vor knapp einem Jahr hatte Zyklon "Pam" 1000 Kilometer weiter westlich auf Vanuatu verheerende Verwüstungen angerichtet. Die Unwettersaison im Südpazifik dauert von November bis April. "Winston" gehört zu den sieben stärksten Zyklonen in der Region seit mehr als 30 Jahren.© dpa