Genf (dpa) - Bei der Bekämpfung von Ebola fahren Mediziner, Regierungen und Hilfsorganisationen eine mehrgleisige Strategie. Verschiedene Medikamente befinden sich im Test.

Die Behandlung mit dem Blut genesener Kranker scheint ein vielversprechender Weg zu sein. Um die Ausbreitung der Seuche zu stoppen und ähnliche Epidemien künftig zu verhindern, setzt man zudem große Hoffnungen in Impfstoffe.

MEDIKAMENTE: Ein zugelassenes Medikament gegen Ebola gibt es derzeit nicht. Vier Mittel in der Testphase könnten jedoch in wenigen Wochen in Afrika zum Einsatz kommen, wie die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie-Paule Kieny sagt. Einige der Ebola-Kranken, die im Ausland behandelt wurden, erhielten dabei auch experimentelle Medikamente. Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen ihrer Genesung und den verabreichtem Mittel gab, ist nicht bekannt. Möglicherweise trugen auch die allgemein guten Behandlungsbedingungen zum Überleben bei. Der Hamburger Ebola-Patient etwa wurde ohne den Einsatz neuer Ebola-Medikamente geheilt.

BLUTPLASMA: Wer Ebola überlebt hat, ist nach bisherigen Erkenntnissen dagegen immun. Bislang sei kein Fall bekannt, in dem ein Mensch zum zweiten Mal erkrankt sei, erklärt Kieny. Grund ist wahrscheinlich, dass das Blut der Genesenen Antikörper enthält. Dies will man sich bei der Behandlung von Kranken zunutze machen. Bereits vor einigen Wochen hatte die WHO dies als vielversprechenden Ansatz bezeichnet. Derzeit wird unter anderem in Liberia eine Sammelstelle errichtet, wo Blut in Serum umgewandelt werden soll. Kieny weist aber darauf hin, dass diese Behandlung hohe Anforderungen an die Hygiene stelle. Die Sicherheit des Spenders müsse ebenso gewährleistet sein wie die des Empfängers. Insbesondere müsse ausgeschlossen werden, dass mit dem Blut andere Krankheiten wie HIV oder Hepatitis übertragen würden.

IMPFSTOFFE: Bei Impfstoffen wird abgeschwächten, genetisch veränderten Trägerviren ein kleines Proteinstück eines Ebola-Erregers zugefügt, um Menschen immun zu machen. Derzeit sind die beiden am weitesten entwickelten Impfstoffe in klinischen Tests, einer davon unter anderem in der Schweiz und am Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf (UKE). Dabei geht es neben der Sicherheit darum, die richtige Dosis zu bestimmen, wie Kieny erklärt. Eine Ebola-Erkrankung infolge der Impfung schloss sie aus, weil in den Stoffen nicht das gesamte Virus enthalten sei. Wenn die klinischen Untersuchungen positiv verlaufen, sollen erste großangelegte Tests in den westafrikanischen Ländern noch im Dezember folgen. Allerdings sei es noch immer möglich, dass sich die beiden Stoffe in den Studien als nicht effizient im Kampf gegen die Seuche erwiesen, sagt Kieny.© dpa