Das letzte Lebenszeichen des Münchner Studenten gab es vor sechs Jahren, doch als vermisst gemeldet wurde er nicht. Im Garten seiner früheren Freundin haben Polizisten jetzt einen grausigen Fund gemacht. Und es kommen immer neue Details zu der schrecklichen Tat ans Licht.

Die Geschichte liest sich wie das Drehbuch zu einem klassischen Tatort. Frau tötet Ex-Freund und verscharrt ihn mithilfe ihres Lebensgefährten im Garten. Jahrelang lebt sie mit ihrem schrecklichen Geheimnis, bis ihr schlussendlich die Polizei auf die Schliche kommt.

Allerdings gibt es einen großen Unterschied zum TV-Erlebnis am Sonntagabend: Die Geschichte ist wahr.

Ermittler bei RAF-Überfällen auf Geldtransporte ganz am Anfang.

Skelett wird obduziert

Man habe einen "verdächtigen Plastiksack" gefunden, teilte die Polizei am Mittwoch mit, nachdem die Beamten mehrere Stunden lang den Garten einer Pädagogikstudentin in Haar bei München umgegraben hatten.

In dem Plastiksack lag ein Skelett.

Untersuchungen bringen die traurige Gewissheit: Es sind die menschlichen Überreste von Alexander H. Er konnte anhand des Abgleichs des Zahnschemas identifiziert werden, wie die Polizei mitteilte.

Zur Todesursache konnten die Beamten derzeit noch keine Angaben machen.

Gegen die 31 Jahre alte Gabriele P. besteht nun dringender Mordverdacht.

Berliner Ermittler veröffentlichen Details zu schrecklicher Tat.

Das letzte Lebenszeichen von Gabrieles Ex-Freund Alexander H. soll es nach Polizeiangaben Anfang 2010 gegeben haben. "Da hat sich seine Spur verloren", sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Markus Kraus.

Offenbar wollten die Eltern damals Vermisstenanzeige erstatten, den Beamten waren jedoch die Hände gebunden, da der Mann bereits volljährig war. Zudem vermuteten die Eltern, ihr Sohn könnte mit einer rumänischen Freundin in deren Heimat ausgewandert sein.

Zu diesem Zeitpunkt war Alexander H. wohl längst tot.

Polizei erhielt Hinweis

Nun, Jahre später, erhielt die Polizei den entscheidenden Hinweis. Wie die "Abendzeitung" berichtet, wollte wohl offenbar jemand sein Gewissen erleichtern.

Dabei könnte es sich um den heutigen Lebensgefährten von Gabriele H. handeln. Der 33-Jährige steht nach Polizeiangaben unter Verdacht, ihr dabei geholfen zu haben, die Leiche zu vergraben. Am Mord selbst soll er jedoch nicht beteiligt gewesen sein.

"Die Leiche muss sich über einige Zeit im Haus befunden haben", sagte Kraus.

Arzt hält Frau in Bunker gefangen - doch sie entkommt dem Horror.

Es gab wohl Streit

Die Studentin und ihr aktueller Freund und Mitbewohner äußerten sich laut Polizei zu dem konkreten Ort, an dem die Leiche des früheren Freundes im Garten vergraben sein soll - und nicht nur dazu: "Es ist eingeräumt worden, dass es einen Streit im Vorfeld gab", sagte Kraus.

Gabriele H. soll ihren damaligen Freund daraufhin "überfallartig" getötet haben, wie die Polizei mitteilte.

Es wurden Haftbefehle erlassen: gegen die Frau wegen Mordverdachts, gegen den Mann wegen des Verdachts auf Strafvereitelung.

Die beiden hatten erst im vergangenen Juli eine Hochzeit nach buddhistischen Riten gefeiert, berichtet ein Nachbar im "Münchner Merkur". Keinen Steinwurf von der Leiche entfernt.

(ska/dpa)