Der erste Herbststurm hat Deutschland erreicht. Das aus dem Hurrikan Gonzalo entstandene Sturmtief fegte über Süddeutschland hinweg und hat in Bayern und Baden-Württemberg große Schäden verursacht. Doch damit nicht genug: Jetzt zieht das Tief Richtung Nordwesten.

Unwetter richten im Süden jedoch schwere Schäden an.

In der Nacht zum Mittwoch mussten Feuerwehr und Polizei im Süden zu hunderten Einsätzen ausrücken. Wegen umgestürzter Bäume sperrten Bahn und örtliche Behörden mehrere Schienenverbindungen und Straßen. Zwischen Sankt Georgen und Hornberg im Schwarzwald stieß ein Zug mit einem umgewehten Baum zusammen. In Bayern musste die Bahn insgesamt 14 Strecken sperren, darunter auch zwei S-Bahnlinien in München. Nach ersten Erkenntnissen der Einsatzkräfte wurde bei den Wetterkapriolen aber niemand verletzt.

An der Nordseeküste erwarten Experten Sturmflut

Auch wenn der Süden offenbar das Schlimmste hinter sich hat, Entwarnung gibt es noch keine. Im Laufe des Tages wird an der Nordsee schwere Sturmflut erwartet, das heißt Hochwasser von über 2,5 Metern Höhe. Strände, Vorland und Hafenflächen könnten überflutet werden, wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz berichtet. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagt für den Verlauf des Tages Sturm- und Orkanböen voraus. Das gleich gelte auch für die Alpen- und Mittelgebirgsgipfel.

Die Meteorologen des DWD prognostizieren für die kommenden Tage einen Wintereinbruch: So könne es am Mittwochmorgen bis hinunter auf 800 Meter Höhe schneien. Bis Freitag soll es über 1.500 Metern einen Meter Neuschnee geben. Damit wird in den Alpen die Lawinengefahr steigen. Auf dieses Gebirge sieht der Wetterdienst am Freitag Dauerniederschlag zukommen, bei Mengen von 60 bis 90 Litern pro Quadratmeter.

Im Flachland soll es laut Wetterexperte Dominik Jung jedoch langsam wieder wärmer werden. Die Tageshöchsttemperaturen sollen von Donnerstag bis Sonntag in einigen Orten von 14 auf 16 Grad steigen. In der kommenden Woche könnte stellenweise sogar wieder die 20-Grad-Marke geknackt werden. Am Himmel wird es dann wechselhaft. Sonne, Wolken und zeitweise Regen lösen sich in rascher Folge ab. "Kurzum: In den nächsten Tagen geht es herbstlich weiter", so Wetterexperte Jung von "Wetter.net". (cfl mit dpa-Material)