Während einer Predigt hebt ein Jugendlicher an der falschen Stelle die Hand, die Anwesenden unterstellen ihm Gotteslästerung. Als Zeichen der Reue schneidet er sich die Hand ab - und wird in Pakistan dafür gefeiert.

Wegen des Vorwurfs der Gotteslästerung hat sich in Pakistan ein 15-Jähriger nach Polizeiangaben selbst die Hand abgehackt. Anlass war offenbar ein Missverständnis während einer Predigt in einer Moschee in der Provinz Punjab.

In der Predigt hatte der Imam gefragt, ob jemand anwesend sei, der nicht an den Propheten glaube, berichtete die Polizei. Weil er die Frage falsch verstanden habe, soll der Jugendliche seine Hand gehoben und sich gemeldet haben. Daraufhin hätten ihn andere Anwesende der Blasphemie beschuldigt, sagte ein ranghoher Polizist der Nachrichtenagentur dpa.

Anschließend habe sich der Jugendliche zu Hause die Hand abgehackt und sie dem Geistlichen als Symbol seiner Reue präsentiert, heißt es in Meldungen verschiedener Medien. Eltern und Dorfbewohner hätten die Tat des Jugendlichen als Zeichen der Zuneigung zum Propheten gefeiert, erklärte demnach die Polizei.

Die Behörden haben eine Untersuchung angekündigt. Der Prediger wurde laut Nachrichtenagentur Reuters vorläufig festgenommen.© SPIEGEL ONLINE