Nach den Angriffen auf zahlreiche Frauen in der Silvesternacht in Köln berichten Augenzeugen und Opfer in mehreren Medien von ihren Erlebnissen.

Nach Polizei-Angaben hatten sich am Silvesterabend auf dem Bahnhofsvorplatz aus einer Ansammlung von etwa 1.000 Männern mehrere Gruppen gebildet, die Frauen umzingelten, bedrängten und ausraubten.

Die wichtigsten Fakten zu den sexuellen Übergriffen auf einen Blick.

Zeugen hätten die Angreifer als Männer beschrieben, die "dem Aussehen nach aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum" stammen. Über die Herkunft der Täter gebe es jedoch keine sicheren Erkenntnisse, sagte Polizeipräsident Wolfgang Albers.

Weiter sprach er von Sexualdelikten in sehr massiver Form und einer Vergewaltigung. Derzeit liegen der Polizei 90 Anzeigen vor, bestätigte Albers.

In mehreren Medien melden sich Zeugen und mutmaßliche Opfer zu Wort. Zu verifizieren sind die Aussagen derzeit nicht, in vielen Fällen ermittelt die Polizei. Eine Auswahl von Stimmen:

"Ich hatte das Gefühl, die Polizei und die Sicherheitsleute der Bahn waren nicht nur überfordert, sondern hatten auch Angst, die Lage könnte eskalieren." (Zitiert der "Kölner Stadt-Anzeiger eine Frau aus Overath, die mit ihrer Freundin in der Umgebung des Doms gleich mehrfach von vier bis sechs jungen Männern umkreist worden sein soll.)

"Ich wollte mit meiner Freundin eigentlich nur kurz durch den Bahnhof gehen, um im Brauhaus auf der anderen Seite ein Bier zu trinken. Aber schon, als wir auf dem Bahnhofs-Vorplatz ankamen, habe ich plötzlich nur noch Männer gesehen. Es waren Hunderte. Und sie haben uns behandelt wie Freiwild." (Sagt eine 50-Jährige dem Magazin "Emma".)

"Das habe ich noch nie erlebt in meinem Leben. Ich bin seit 17 Jahren in Deutschland und habe sowas noch nie gesehen. (...) Ich war mit meinen Eltern da, das war richtig krass, richtig krass." (Sagt ein Mitarbeiter einer Fast-Food-Kette im Kölner Hauptbahnhof dem WDR.)

Köln, Hamburg, Stuttgart: In mehreren deutschen Großstädten hat es massive sexuelle Übergriffe auf Frauen gegeben. Das Ausmaß der Vorfälle schockiert die Polizei. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, rechnet damit, dass es auch in Zukunft zu solchen Delikten kommen wird.

"Die Stimmung war aggressiv. Plötzlich wurde ich von hinten - ohne dass mein Freund es sah - von mehreren Männern angegrabscht. Ich kann sagen, dass es mehrere waren, da zeitgleich Hände an meinen Brüsten und an meinem Po waren." (Berichtet eine 40-Jährige dem WDR, die in der Silvesternacht mit ihrem Freund auf dem Weg nach Troisdorf gewesen sein soll.)

"Die haben versucht uns anzumachen, wir fühlten uns bedroht." (Schildert eine 60-jährige Zeugin dem "Kölner Stadt-Anzeiger".)

"Frauen wurden eingekreist, Leute, die sich einmischen wollten, wurden bedroht." (Sagt ein Augenzeuge dem "Kölner Stadt-Anzeiger".)

"Was die Frauen dort erlebt haben, waren Vergewaltigungen. (...) Kurz nach Mitternacht kamen die ersten Frauen auf uns zu. Weinend und geschockt schilderten sie, wie sie massiv sexuell belästigt worden seien. Wir hielten daher Ausschau nach Frauen in der Menge. (...) Ich bekam sie zu packen. Sie schrie und weinte. Man hatte ihr den Slip vom Körper gerissen. (...) Ihre drei Freundinnen konnten wir nicht aus dem Pulk retten, denn wir selbst wurden mit Böllern beworfen." (Sagt ein Polizist dem Kölner "Express".) (far/dpa)