Politiker in Nordrhein-Westfalen sollen schon länger über Straftaten durch Nordafrikaner Bescheid gewusst haben. Weil man offenbar befürchtete, die Vorfälle könnten die Angst vor Flüchtlingen schüren, wurde geschwiegen.

Einigen Migranten wird ein fragwürdiges Frauenbild unterstellt - die Ursachen.

Die Übergriffe in Köln haben schockiert und eine Debatte ausgelöst, wieso es zu Attacken solchen Ausmaßes überhaupt kommen konnte. Die Kölner Polizei steht deshalb massiv in der Kritik. Aber auch Politiker geraten nun immer mehr ins Kreuzfeuer.

Einem Medienbericht zufolge wussten Innenpolitiker schon lange um Straftaten durch Nordafrikaner. Sie hielten die Daten aber offenbar zurück – um keine Ängste vor Flüchtlingen zu schüren.

Wie die "Welt" berichtet waren führende NRW-Innenpolitiker schon im Oktober 2014 über Straftaten durch Gruppen nordafrikanischer Männer informiert.

Informationen zurückgehalten

Die Informationen wurden allerdings zurückgehalten, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen, schreibt die Zeitung. Das lege ein Protokoll einer Innenausschusssitzung vom 23. Oktober 2014 nahe.

Pikant daran ist, dass offenbar Innenminister Ralf Jäger sowie Staatssekretär Bernhard Nebe und Innenpolitiker von CDU, FDP und Grünen davon wussten, dass es in Nordrhein-Westfalen eine gefährliche Gruppe nordafrikanischer Asylbewerber gebe.

Man habe darüber übereingestimmt, dass diese Gruppe exzessiv Alkohol konsumiere, Bürger angreife und belästige, Geschäfte ausraube und Passanten anpöbele. Auch über die Tatorte seien die Politiker informiert gewesen.

Unter anderem hätten die Straftäter in den Orten Wickede, Hemer und Urbach ihr Unwesen getrieben.

Stillschweigen über Straftaten

Auch Kommunalpolitiker seien unterrichtet gewesen. Wie die „Welt“ weiter berichtet, räumte Nebe im Ausschuss ein, diesbezüglich Telefonate geführt zu haben: "Auch mit Standortkommunen, mit Bürgermeistern und anderen Politikern". Und weiter: "Das wird mir auch aus Kreisen des Landtags so zugetragen. Es gibt entsprechende Schreiben in unser Haus. Es gibt einen Bericht der Bezirksregierung Arnsberg, der das Problem deutlich benennt."

Auch die Tätergruppe sei benannt worden. Dem Bericht nach handelte es sich nicht um minderjährige nordafrikanische Diebe, sondern um kriminelle Volljährige.

Wie die "Welt" weiter berichtet, wurde als eine Konsequenz daraus Stillschweigen vereinbart. Die Innenexperten seien sich einig gewesen, dass derartige Vorfälle "Angst" vor Flüchtlingen schürten und "die öffentliche Wahrnehmung kippen" könnten. (far)