Frauen werden in der Silvesternacht sexuell belästigt und ausgeraubt. Mitten in Köln. Trotz Polizeipräsenz. Die Stadt Köln hat nun angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen – vor allem mit Blick auf den Karneval.

Als Reaktion auf die Übergriffe vor dem Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht will die Stadt ihre Sicherheitsvorkehrungen für Großveranstaltungen verschärfen.

"Wir haben heute Morgen gemeinsam Maßnahmen entwickelt, die dazu führen sollen, dass es solche Vorfälle hier nie wieder gibt", sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Dienstag.

Köln, Hamburg, Stuttgart: In mehreren deutschen Großstädten hat es massive sexuelle Übergriffe auf Frauen gegeben. Das Ausmaß der Vorfälle schockiert die Polizei. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, rechnet damit, dass es auch in Zukunft zu solchen Delikten kommen wird.

Keine Erkenntnisse über Täter

Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers kündigte mit Blick auf Karneval an: "Nun werden wir deutlich die Präsenz erhöhen." Die Polizei werde sowohl uniformierte als auch zivile Kräfte einsetzen und mobile Videoanlagen einrichten. Albers sprach von Sofortmaßnahmen.

Man habe derzeit keine Erkenntnisse über Täter. Albers rechne damit, dass es noch mehr Strafanzeigen geben werde. Die Behörden hätten zudem keinerlei Hinweise, dass es sich bei den Tätern um Flüchtlinge handele, betonte Reker. Entsprechende Vermutungen halte sie für "absolut unzulässig".

Albers kritisierte insbesondere die erste polizeiliche Einschätzung der Lage am Neujahrsmorgen. "Diese erste Auskunft war falsch." In einer Pressemitteilung hatte die Polizei die Einsatzlage in der Silvesternacht als entspannt beschrieben.

Trotz Videoüberwachung sind Ermittlungen extrem schwierig.

Mit Blick auf weitere mögliche Delikte forderte er die Bürger auf, im Notfall auch die 110 zu wählen. "Es hat auf der Leitstelle in der Nacht drei konkrete Notrufe zu dem Sachverhalt gegeben." Diese hätten auch zu Einsätzen geführt.

Neben den beschlossenen Maßnahmen sei es ebenso wichtig, „dass wir uns das Karnevalfeiern nicht nehmen lassen durch solche Vorfälle", sagte Reker. Frauen und Mädchen müssten ohne jedes Unsicherheitsgefühl in der Domstadt Karneval feiern können, betonte die Oberbürgermeisterin.

"Wir wollen hier keine unkontrollierbaren Orte in Köln." Es müsse eine Stadt bleiben, "in der jeder auch feiern kann". (far/dpa)