Hatte es da jemand besonders eilig? Eine Frau hat es jedenfalls geschafft, an den Kontrollen vorbei in den Abflugbereich des Köln/Bonner-Flughafens zu gelangen. Die Folge: Verspätungen für bis zu 1.000 andere Fluggäste.

Eine junge Frau hat sich um den Sicherheitscheck im Köln/Bonner-Flughafen herumgedrückt und dadurch eine Räumung des Abflugbereichs im Terminal 2 ausgelöst. Etwa 1.000 Reisende waren davon am Dienstag betroffen.

Die Polizei suchte den ganzen Bereich hinter den Passagierkontrollen mit Sprengstoffhunden ab. Anhand von Videobildern konnte die 23-jährige Frau am Ende identifiziert und gefasst werden.

Maschine war von Shanghai nach München unterwegs.

"Einen terroristischen Hintergrund schließen wir aus", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Es gebe die Vermutung, dass die Frau Angst gehabt habe, ihren Flieger zu verpassen, doch seien dies bisher Spekulationen. Man müsse die Vernehmung abwarten.

"Es wird sicherlich ein Ermittlungsverfahren geben." Die Frage des Schadenersatzes werde wohl auch eine Rolle spielen.

Wenn jemand unkontrolliert durch den Sicherheitscheck gelange, mache dies grundsätzlich die Räumung des dahinter liegenden Bereichs mit dem Zugang zu den Flugzeugen erforderlich, sagte der Sprecher. Es sei schließlich denkbar, dass der- oder diejenige Sprengstoff transportieren, deponieren oder an eine andere Person übergeben könnte.

Das alles müsse ausgeschlossen werden. In diesem Fall habe auf jeden Fall verhindert werden können, dass die nicht kontrollierte Passagierin an Bord eines Flugzeugs gelangt sei.

Ab 1. April ändern sich die Bestimmungen am Airport.

Alle Reisenden, die sich schon hinter den Kontrollen bei den Gates aufhielten, mussten diesen Bereich wieder verlassen und noch einmal durch den Sicherheitscheck. Auch zwei Flugzeuge mussten wieder geräumt werden. "Das ist natürlich für die Reisenden sehr ärgerlich, aber Sicherheit ist das oberste Ziel", sagte der Sprecher der Bundespolizei.

Nach gut eineinhalb Stunden wurde der Sicherheitsbereich von Terminal 2 wieder freigegeben. Bei fünf Abflügen kam es durch die Aktion zu Verspätungen von bis zu zwei Stunden. Ein Flug wurde gestrichen. Ankommende Flüge waren nicht betroffen.© dpa