In Hamburg ist ein 14 Jahre altes Mädchen in einer Privatwohnung im Stadtteil Harburg von mehreren Tätern sexuell missbraucht worden. Das bestätigte die Hamburger Staatsanwaltschaft im Gespräch mit unserer Redaktion. Vier der fünf Verdächtigen sind minderjährige Teenager. Allen wird neben sexuellem Missbrauch auch noch versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Zudem gab es einen Vorfall in einem Erlebnisbad in Norderstedt.

Nach dem sexuellen Missbrauch einer 14-Jährigen in Hamburg müssen sich die Verdächtigen wegen gemeinschaftlicher Vergewaltigung verantworten. Doch das ist noch nicht alles.

Opfer konnte noch um Hilfe rufen

Da das Mädchen nach der Tat bei Temperaturen um den Gefrierpunkt von den Tätern einfach im Hinterhof des Gebäudes "entsorgt" worden war, werde zudem "allen Beschuldigten versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung" vorgeworfen, bestätigt Nana Frombach, Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Da das Mädchen kurz aufgewacht war und um Hilfe rufen konnte, war sie noch rechtzeitig gefunden worden, was ihr wohl das Leben rettete. Bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus sei der Zustand des Mädchens kritisch gewesen. An den Abend habe die 14-Jährige keine Erinnerungen mehr.

Man habe das Opfer "in leichter Bekleidung sich selbst überlassen, obwohl das Mädchen teilweise nicht ansprechbar und hilflos war", bestätigt uns die Staatsanwaltschaft. Das Mädchen werde momentan noch auf der Intensivstation behandelt.

Medienberichte, nach denen die Tat unter massivem Alkoholkonsum aller Beteiligten geschehen sein soll, wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen. Das Opfer habe sich aber "in einer hilflosen Lage" befunden und sei "nicht vollständig bei Bewusstsein" gewesen.

Hamburger Medien berichteten, die 14-Jährige sei von der 15 Jahre alten Mitbeschuldigten in die Wohnung gelockt worden. Dort sei es zum exzessiven Konsum von Alkohol gekommen, in dessen Folge das Mädchen teilweise die Besinnung verloren haben soll. Diese Situation sei von den Tätern für die Vergewaltigung ausgenutzt worden.

Vier von fünf Tätern sind minderjährig

Die Tat habe sich bereits am 11. Februar ereignet, war jedoch nicht öffentlich gemacht worden, um das Opfer zu schützen und um die flüchtigen Täter während der Fahndung in Sicherheit zu wiegen.

Bei den ermittelten Beschuldigten handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um einen 14 Jahre alten Teenager, zwei 16-Jährige, einen Mann im Alter von 21 Jahren sowie ein 15 Jahre altes Mädchen, dem Beihilfe zur Vergewaltigung vorgeworfen wird.

Zwei Teenager gehen aufeinander los, weil es im Bett nicht so recht klappt.

Zur Nationalität von Tätern und Opfer wollte die Staatsanwaltschaft unter Verweis auf den Persönlichkeitsschutz keine Angaben machen, da es sich bis auf den 21-Jährigen bei allen beteiligten Personen um Minderjährige handele.

Medienberichte, wonach das 15-jährige Mädchen die Tat sogar gefilmt habe, wollte die Staatsanwaltschaft ebenfalls nicht kommentieren.

Von den Beschuldigten befinden sich drei Personen in Untersuchungshaft, nach den beiden anderen werde weiter gefahndet.

Sexueller Missbrauch in Erlebnisbad in Norderstedt

Nahezu zeitgleich mit der Vergewaltigung in Hamburg-Harburg wurde ein weiterer Fall von sexuellem Missbrauch in Norderstedt, rund zehn Kilometer nördlich von Hamburg, bekannt.

Dort sollen ein Junge und ein Mann in einem Erlebnisbad zwei weibliche Badegäste sexuell belästigt haben. Wie die Polizei erklärte, hatten sich eine 14-Jährige sowie eine 18-Jährige beim Sicherheitsdienst des Bades gemeldet.

Die mutmaßlichen Täter, nach Angaben der Polizei Flüchtlinge aus Afghanistan, hätten die Frau und das Mädchen auf eine Weise berührt, dass rechtlich der Tatbestand der Vergewaltigung erfüllt sei, bestätigte Polizeisprecherin Silke Westphal gegenüber dem NDR.

Gegen die beiden Verdächtigen, einen 14-Jährigen und einen 34 Jahre alten Mann wurde aufgrund von "Flucht- und Wiederholungsgefahr" Haftbefehl erlassen, so die Polizeidirektion Bad Segeberg.

Wie der NDR weiter berichtet, befände sich der Junge in der Jugendanstalt Schleswig, der Mann wurde in die JVA Neumünster eingeliefert.

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