Sydney/Peking (dpa) - In Europa kommen die ersten Feiernden zusammen, am anderen Ende der Welt hat 2016 schon begonnen: Mit einem spektakulären Feuerwerk haben die Menschen in Sydney friedlich und ausgelassen ins neue Jahr gefeiert. Schätzungen zufolge versammelten sich rund 1,6 Millionen zur Silvesterparty.

Um Mitternacht in Australien - also 14 Uhr deutscher Zeit am Donnerstag - erleuchteten Tausende Raketen den Himmel über der australischen Metropole. Deutschlands größte Party am Brandenburger Tor in Berlin startete am Nachmittag.

In Sydney verwandelte sich die berühmte Harbour Bridge neben dem markanten Opernhaus in einen vielfarbigen Wasserfall aus Lichtern. Das 20-minütige Spektakel lässt sich die Stadt umgerechnet 4,7 Millionen Euro kosten. Manche Besucher campierten schon seit Dienstag am Hafen von Sydney, um die besten Plätze für das Feuerwerk zu ergattern. Die Sicherheitsvorkehrungen waren wie immer streng, besondere Terrorwarnungen hatte es aber nach Angaben der Polizei nicht gegeben.

Ganz traditionell feierten Millionen Japaner Neujahr: Pünktlich um Mitternacht, also 16 Uhr deutscher Zeit, ertönten die Tempelglocken 108 Mal, damit wurde 2016 eingeläutet. Dann stiegen über dem Tokyo Tower Fernsehturm tausende Luftballons auf.

Traditionelles Neujahr mit 33 Glockenschlägen auch in Seoul: Zehntausende Menschen versammelten sich im Zentrum der südkoreanischen Metropole, um den Klang der über drei Meter hohen Bosingak-Glocke zu hören. Die Bronzeglocke im Bosin-Pavillon ertönt nur zum Jahreswechsel. Die Zahl 33 symbolisiert in Korea Glück.

Ruhig und ohne großes Feuerwerk begrüßten die Menschen in China das neue Jahr. Der 1. Januar ist zwar auch in der Volksrepublik ein Feiertag, nach dem traditionellen Mondkalender der Chinesen beginnt das neue Jahr aber stets erst Ende Januar oder im Februar. In diesem Jahr wird am 8. Februar das Jahr des Schafes durch das Jahr des Affen abgelöst. Während des chinesischen Neujahrs feiern die Menschen dann tagelang mit Feuerwerk und kehren zu ihren Familien zurück. Auch in diesem Jahr stellt sich das Land auf die größte Reisewelle des Jahres ein: Mehr als 2,91 Milliarden Reisende werden während der Feiertage erwartet.

Silvester wird dagegen meist nur von jungen Leuten in den Großstädten gefeiert. Eine der größten Feiern des Landes fällt in diesem Jahr jedoch aus: Die Behörden haben eine Party an Shanghais berühmter Uferpromenade "Bund" abgesagt, nachdem es dort bei der Silvesterfeier im vergangenen Jahr eine Massenpanik mit 36 Todesopfern gab.

Während in Asien bereits gefeiert wurde, begann in Berlin am helllichten Tag Deutschlands größte Silvesterparty. Bis zum späten Nachmittag kam die Feier am Brandenburger Tor zunächst nur langsam in Fahrt. Es seien bislang weniger Besucher zur Feier ins Zentrum der Hauptstadt gekommen als zur selben Zeit in den vergangenen Jahren, sagte eine Sprecherin des Veranstalters. Dort treten 90er-Jahre-Bands wie Caught in the Act, Rednex oder Mr. President auf. Hunderttausende Besucher aus aller Welt werden erwartet.

Die Sicherheitsvorkehrungen in Berlin sind in diesem Jahr verschärft worden - als Reaktion auf die Anschläge von Paris. Auf der zwei Kilometer langen Meile sollen 600 Ordner für Sicherheit sorgen, Rucksäcke sind verboten und Taschen werden streng auf gefährliche Gegenstände und Böller kontrolliert.

Auch in anderen Metropolen soll ein Großaufgebot der Polizei die Neujahrsfeiern vor Anschlägen schützen. In Brüssel sagten die Behörden das geplante Feuerwerk nach Terrordrohungen ab. Für die Berliner Polizei besteht dennoch kein Anlass, die Feier am Brandenburger Tor infrage zu stellen. "Es gibt keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne", sagte ein Polizeisprecher.

Am Donnerstag um 11.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) hatte als erstes auf Samoa das neue Jahr begonnen. Am längsten müssen nun die Bewohner Hawaiis und von American Samoa und der Midway-Inseln auf das Neujahrsfeuerwerk warten. Dort beginnt 2016 erst um 11.00 beziehungsweise 12.00 Uhr MEZ Freitag deutscher Zeit.© dpa