Spätsommerliche Temperaturen Anfang November: Für das Wochenende werden bis zu 23 Grad erwartet. Damit setzt sich der Jahrestrend fort, die ersten zehn Monate des Jahres waren so warm wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1881.

Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge waren mit Ausnahme des Augusts alle Monate des Jahres zu warm. Und auch der November startet mit Temperaturen, die für die Jahreszeit eigentlich zu hoch sind. Demnach bleibt es vorerst weiter mild, "ein markanter Kälteeinbruch ist nicht in Sicht", sagte DWD-Meteorologe Michael Tiefgraber.

Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net erwartet für den Samstag Höchstwerte zwischen 15 und 23 Grad. Am Sonntag werden es immerhin noch 16 bis 22 Grad. Dazu gibt es nach Nebelauflösung viel Sonnenschein. Für das goldene Herbstwetter sorgt das Hoch Quinn, das von der iberischen Halbinsel warme Luft zu uns schaufelt.

Erst im Laufe der kommenden Woche dürften die Temperaturen wieder sinken, prognostiziert Jung. Vor allem in den Westen gelangen ab Montag Regenwolken, während sich das Hoch im Osten wohl weiter behaupten kann. Dort soll es nach Nebelauflösung weiter freundlich und trocken bleiben. Im Westen dürfte es hingegen immer wieder nass werden. Die Höchstwerte liegen zwischen 11 und 19 Grad - je nachdem wie lange die Sonne scheint und wie schnell sich der Morgennebel auflöst.

Wird 2014 zum wärmsten Jahr seit 1881?

Auch im Mittelmeerraum dürfte es in der kommenden Woche nass werden. Aktuell verlagert sich langsam ein Tiefdruckgebiet in Richtung der Ligurischen Küste. Norditalien, Südostfrankreich und auch der Süden der Schweiz müssten demnach mit viel Regen rechnen: "Lokal können 150 bis 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter vom Himmel kommen, örtlich sogar noch mehr. Da sind Überschwemmungen vorprogrammiert. Daher sollten Bewohner und Urlauber in dieser Region besonders wachsam sein", warnt Wetterexperte Jung.

Ob 2014 in Deutschland tatsächlich zum wärmsten Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wird, steht indes noch nicht fest. Im Vergleich zum Mittel der Jahre 1961 bis 1990 habe die Durchschnittstemperatur zwar um 2,1 Grad höher gelegen, meldet der DWD. Doch für das gesamte Jahr wagen die Meteorologen noch keine Prognose.

Sowohl ein starker Kälteeinbruch im November als auch ein bitterkalter Dezember könnten die Jahresbilanz noch maßgeblich verändern. (cai)