Schulen und Behörden geschlossen, Nahverkehr stark eingeschränkt: Die US-Hauptstadt Washington kämpft mit den Folgen von "Snowzilla". Etwas besser findet sich New York mit den Schneemassen zurecht.

In den von "Jonas" besonders schwer betroffenen Gebieten macht sich Erleichterung breit: Das Schlimmste ist vorbei. Bis überall wieder Normalität einkehrt, wird es aber noch dauern, besonders in der Hauptstadt Washington. Der wird nachgesagt, mit viel Schnee nicht gut umgehen zu können. Das scheint sich auch dieses Mal zu bewahrheiten.

Sämtliche Behörden sollen am Montag geschlossen bleiben, ebenso Schulen in der Hauptstadt und angrenzenden Vororten in den Bundesstaaten Virginia und Maryland. Das Repräsentantenhaus verschob alle Abstimmungen bis zum 1. Februar; das Verteidigungsministerium sagte alle Veranstaltungen ab.

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US-Ostküste bemüht sich nach Schneechaos um Normalität

© dpa

Am Sonntag war der Flugverkehr eingestellt, Busse und Bahnen fuhren nicht. Der öffentliche Nahverkehr soll Montagfrüh wieder anlaufen - vorerst allerdings nur begrenzt. Allein am Sonntag wurden 3900 Flüge abgesagt, 900 weitere sollen am Montag folgen.

Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser entschuldigte sich bei Pendlern für die Unannehmlichkeiten. Hauptstraßen seien geräumt, Einsatzkräfte könnten sich aber erst jetzt um Nebenstraßen und Wohngebiete kümmern. Es könne noch Tage dauern, bis einige Wege wieder frei seien, warnten die Behörden laut "Washington Post". Die Menschen sollten soweit möglich weiterhin zuhause bleiben. Auch Dienstag könnten mancherorts Schüler noch schneefrei haben.

Dem US-Wetterdienst zufolge fielen in Washington zwischen 57 und 74 Zentimeter Schnee. In Washington hatten sich etwa 3400 Menschen über soziale Netzwerke zu einer riesigen Schneeballschlacht verabredet, aber wegen des eingeschränkten Verkehrs schafften es bei weitem nicht alle.

"Wir haben es ziemlich gut überstanden"

In New York normalisiert sich nach dem Schneesturm das Leben allmählich. Einheimische und Touristen erfreuten sich an der Schneepracht. Am Broadway waren Theater und Musicals wieder geöffnet. "Wir haben es ziemlich gut überstanden", sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Die meisten Busse und U-Bahnen fuhren am Montag wieder. Die Börse soll ebenso wieder geöffnet sein wie Schulen in der Metropole. Die Flughäfen in der Gegend - John F. Kennedy International, Newark Liberty und LaGuardia - waren wieder geöffnet.

"Snowzilla" war der zweitschlimmste Schneesturm in New Yorks Geschichte. Im Central Park fielen 68 Zentimeter Schnee, kaum weniger als beim Rekord im Jahr 2006.

Blizzard richtet an der US-Ostküste großes Chaos an.

Den Höchstwert meldete Glengarry in West Virginia, dort waren es beinahe 107 Zentimeter. Insgesamt waren rund 85 Millionen Menschen von dem Sturm betroffen.

Einer ersten Bilanz zufolge starben bei dem Sturm mindestens 25 Menschen. Die meisten kamen bei Verkehrsunfällen ums Leben, aber auch Herzinfarkte beim Schneeschippen waren für viele Todesfälle verantwortlich. Tote waren in den Bundesstaaten New York, North Carolina, South, Carolina, Ohio, Virginia, Kentucky, Arkansas, Maryland und Delaware zu beklagen.

Zwischenzeitlich waren zudem insgesamt fast 250.000 Menschen ohne Strom; meist war die Versorgung Sonntagnachmittag wieder hergestellt. Pannen gab es nicht zuletzt durch das Gewicht des Schnees auf den oberirdisch verlegten Elektrizitätsleitungen. Die Behörden aktivierten rund 2200 Angehörige der Nationalgarde für Notfalleinsätze.© SPIEGEL ONLINE