Der bislang letzte Extremwinter in Deutschland ist 51 Jahre her, damals ließ der bitterkalte Winter sogar Teile des Rheins einfrieren. In diesem Jahr könnte es erneut eine harte vierte Jahreszeit geben. Denn nach vielen milden Jahren sorgt die Eisschmelze der Nordpole zunehmend für niedrige Temperaturen.

Wird der Winter 2013/2014 in Deutschland wieder extrem? Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal "wetter.net" möchte das nicht ausschließen. "Die Wahrscheinlichkeit für einen neuen XXL-Winter hat deutlich zugenommen", sagt Jung und nennt die Gründe: "Neue Theorien gehen davon aus, dass verbreitete Eisschmelze am Nordpol dafür sorgen könnte, dass es in Europa wieder deutlich kältere Winter gibt." Schließlich sei es nicht so, dass sich das Klima weltweit nur erwärmen würde. Es gebe zwar Regionen, in denen es wärmer, aber eben auch Regionen, in denen es kälter werde, erklärt der Wetterexperte.

Viel Kälte, Eis und Schnee über einen längeren Zeitraum definieren einen Extremwinter. Zudem ist die Kältesumme relevant. Diese beschreibt die Tage, an denen die gemittelte Temperatur nicht über den Gefrierpunkt hinausgekommen ist. Liegt die Kältesumme deutlich über dem langjährigen Durchschnitt, kann von einem Extremwinter gesprochen werden.

Serie der milden Winter vorbei

Ob wir in diesem Jahr besonders frieren, weiß Jung noch nicht. Der aktuelle Langfrist-Trend deutet für 2013/2014 auf einen normalen bis leicht zu kalten Winter hin. Gefühlt wäre das für die meisten Menschen wieder ein recht kalter Winter. Denn gerade jüngere Menschen kennen fast nur die milden Winter der 90er Jahre. "Der letzte XXL-Winter liegt schon 51 Jahre zurück", weiß Jung. "Damals war selbst der Rhein über weite Strecken hinweg zugefroren", verdeutlicht der Wetterexperte die Unterschiede dieses Extremwinters zu den leicht kalten Wintern der jüngeren Vergangenheit.

In den vergangenen fünf Jahren sind die Winter allesamt normal bis leicht zu kalt ausgefallen. Die Serie der extrem milden Winter, die 1993 und 1995 gar zu Hochwasser führten, scheint jedenfalls beendet. Den ersten winterlichen Vorgeschmack gab es in Deutschland schon vergangene Woche. Es kam im Süden zu teils kräftigen Schneefällen, die zu einem Chaos führten: Straßen- und Schienenverkehr waren unterbrochen, Schulen und Kindergärten geschlossen. (tfr)