Nach Informationen des SPIEGEL versuchte ein Fahrdienstleiter in Bad Aibling, den Zusammenstoß der zwei Züge im letzten Moment zu verhindern. Er versuchte, die Lokführer per Funk zu erreichen.

Ein Fahrdienstleiter im Stellwerk von Bad Aibling versuchte am Dienstag, die aufeinander zurasenden Züge per Notruf zu stoppen. Er setzte kurz hintereinander über Sprechfunk zwei Notrufe an die Züge ab.

Dafür benutzte er ein spezielles Mobilfunknetz der Bahn mit einer Notruffunktion. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.

Bad Aibling: Ermittler erhoffen sich neue Erkenntnisse über das Zugunglück.

Der erste Notruf erreichte die Lokführer wohl kurz vor dem Crash, der zweite erfolgte offenbar, als sich die Züge bereits ineinander verkeilt hatten. Laut einem Sprecher des Eisenbahn-Bundesamtes wird der Zugfunkverkehr zwischen dem Stellwerk und den Triebwagenführern ausgewertet und ist Bestandteil der Ermittlungen.

Bei dem Zusammenstoß am Dienstagmorgen waren mehrere Menschen ums Leben gekommen, Dutzende wurden verletzt. Eine Sonderkommission der Kriminalpolizei soll die Ursache des Unglücks ermitteln.

Eine Theorie hat sich in den ersten Tagen verdichtet: Demnach soll der Fahrdienstleister beiden Zügen kurz hintereinander gestattet haben, die eingleisige Strecke zu befahren.

Wichtige Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von den Blackboxes, die während der Fahrt Informationen aufzeichnen.

Am Freitag teilte die Polizei mit, mittlerweile sei auch die dritte Blackbox in den Trümmern gefunden worden.© SPIEGEL ONLINE