Bei Bad Aibling ist es am Dienstagmorgen zu einem schweren Zugunglück gekommen. Zwei Züge prallten frontal aufeinander. Mindestens neun Menschen wurden getötet. Unklar ist, wie es zu der Tragödie kommen konnte. Ein Überblick, was über das Zugunglück bekannt ist - und was nicht.

Was bekannt ist:

  • Gegen 6:48 Uhr sind am Dienstagmorgen zwei Regionalzüge auf einer eingleisigen Strecke nahe Bad Aibling frontal aufeinandergeprallt.
  • Bei dem Zusammenstoß verkeilten sich die Triebwagen, mehrere Waggons stürzten um.
  • Mindestens zehn Menschen starben bei dem Unglück. Über 100 Personen wurden verletzt, davon zehn schwerst, acht mittelschwer und 63 leicht.
  • Offenbar befinden sich auch die beiden Zugführer unter den Toten. Das berichtet der "Münchner Merkur". Auch zwei Zugbegleiter haben den Unfall demnach nicht überlebt.
  • Zwei Menschen werden noch vermisst, sagt ein Polizeisprecher. Die Vermutung liege nahe, dass sie sich noch in den Zugwracks befänden.
  • Zwei der insgesamt drei Blackboxen wurden aus den Trümmern gesichert. Das sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bei einer einberufenen Pressekonferenz. Auch die dritte Blackbox, die sich in einem verkeilten Waggon befindet, werde voraussichtlich geborgen werden können.
  • Kurze Zeit nach dem Unfall machten sich Rettungskräfte auf den Weg zur Unfallstelle. Per Hubschrauber wurden Verletzte in Kliniken geflogen.
  • Bei den beiden Zügen handelt es sich nach Angaben der Deutschen Bahn um Meridian-Züge des Betreibers Transdev.

Was nicht bekannt ist:

  • Unklar ist weiterhin, wie es zu der Tragödie kommen konnte. Wie das ZDF berichtet, wurde auf der Bahnstrecke erst vor kurzem ein neues Sicherheitssystem installiert. Grund sei "ein nicht so tragischer Zwischenfall" in der jüngeren Vergangenheit. Der Bahnbetreiber äußerte sich bisher nicht dazu. In den vergangenen Jahrzehnten habe es laut bayerischem Innenministerium "massive Verbesserungen in der Zugsicherungstechnik" gegeben, so dass "was geltende Technik und geltende Vorschriften sind, ein solches Unglück, wo sich zwei gegenläufige Züge auf dem gleichen Gleis befinden, eigentlich nicht mehr vorkommen kann".
    Mit Material der dpa