Die Hinweise darauf, dass das Zugunglück von Bad Aibling tatsächlich durch menschliches Versagen ausgelöst wurde, verdichten sich weiter. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, soll offenbar der Fahrdienstleiter den beiden aufeinander zufahrenden Zügen die Fahrt auf dem Streckenabschnitt erlaubt haben.

Es wird langsam zur Gewissheit: Das verheerende Zugunglück von Bad Aibling ist offenbar tatsächlich auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Die vorläufigen Ermittlungen der Bundespolizei hätten laut "Süddeutscher Zeitung" ergeben, dass wohl der Fahrdienstleiter im Stellwerk den beiden aufeinander zufahrenden Zügen gleichzeitig die Einfahrt auf den Streckenabschnitt erlaubt hatte.

Spekulationen und Gerüchte über eine vermisste Person aufgelöst.

Wie das Blatt aus Ermittlerkreisen erfahren haben will, soll der Fahrdienstleiter das Sicherungssystem, das genau solche Unfälle verhindern soll, zweimal außer Kraft gesetzt haben. Er sei der Meinung gewesen, in diesem Moment richtig zu handeln. Als der Mann seinen Fehler bemerkt habe, sei es zu spät gewesen.

Eine endgültige Einschätzung der Ursache für das Unglück wollen die Ermittler zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht abgeben.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" weiter meldet, durchsucht die Polizei aktuell die Räume am Bahnhof in Bad Aibling. Dort halten sich normalerweise auch die Fahrdienstleiter auf.

Polizei dementiert

Die Lage ist dennoch weiterhin undurchsichtig. Die Polizei dementiert, dass es einen dringenden Verdacht gegen den Fahrdienstleiter gibt. "Wir wehren uns vehement gegen diese Gerüchte", sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier im Hinblick auf entsprechende Berichte. Ein Fehler oder Vergehen des Diensthabenden könne jedoch auch nicht ausgeschlossen werden.

Der Fahrdienstleiter sei unmittelbar nach dem Zusammenstoß der beiden Züge befragt worden. Daraus ergebe sich jedoch "noch kein dringender Tatverdacht", erklärte Thalmeier.

Bei dem Zugunglück in der Nähe von Bad Aibling waren am Dienstagmorgen zwei Personenzüge frontal aufeinandergestoßen. Dabei kamen zehn Menschen ums Leben, mehr als 80 Personen wurden verletzt, 18 davon schwer. (ska)

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