Das schwere Zugunglück bei Bad Aibling hat zehn Menschen das Leben gekostet. Die Polizei löste am Morgen die Verwirrung um ein vermeintlich elftes Todesopfer auf. Am Dienstagmorgen waren zwei Züge frontal aufeinander geprallt. Ein Überblick, was derzeit über das Zugunglück bekannt ist - und was nicht.

Was bekannt ist:

  • Bei dem Zusammenstoß verkeilten sich die Triebwagen, mehrere Waggons stürzten um.
  • Bei den beiden Zügen handelt es sich nach Angaben der Deutschen Bahn um Meridian-Züge des Betreibers Transdev.

  • Die 37 Kilometer lange Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim wurde nach dem Unglück komplett gesperrt.
  • Offenbar befinden sich auch die beiden Zugführer unter den Toten. Das berichtet der "Münchner Merkur". Auch zwei Zugbegleiter haben den Unfall demnach nicht überlebt.

Was nicht bekannt ist:

  • Unklar sind weiterhin die Details, wie es zu der Tragödie kommen konnte. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa lag die Ursache in "menschlichem Versagen". Wer für den tragischen Unfall verantwortlich ist und was genau passierte, ist jedoch noch nicht bekannt. Wie das ZDF berichtet, wurde auf der Bahnstrecke erst vor kurzem ein neues Sicherheitssystem installiert. Grund sei "ein nicht so tragischer Zwischenfall" in der jüngeren Vergangenheit. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet nun, der Fahrdienstleister habe das Sicherungssystem zweimal per Hand außer Kraft gesetzt. Der Bahnbetreiber äußerte sich bisher nicht dazu. In den vergangenen Jahrzehnten habe es laut bayerischem Innenministerium "massive Verbesserungen in der Zugsicherungstechnik" gegeben, so dass "was geltende Technik und geltende Vorschriften sind, ein solches Unglück, wo sich zwei gegenläufige Züge auf dem gleichen Gleis befinden, eigentlich nicht mehr vorkommen kann"

Wie die Bergung abläuft:

  • Die Rettungs- und Bergungsarbeiten gestalteten sich extrem schwierig, weil die Unglücksstelle in einem Waldstück an einer Hangkante neben dem Flüsschen Mangfall liegt.
  • Mit schwerem Gerät soll nun damit begonnen werden, die Zugwracks zu entfernen. Zwei der insgesamt drei Blackboxen wurden aus den Trümmern gesichert. Das sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bei einer Pressekonferenz. Auch die dritte Blackbox, die sich in einem verkeilten Waggon befindet, werde voraussichtlich geborgen werden können.

Mehr Infos zum Zugunglück bei Bad Aibling

Mit Material der dpa