Nach dem schweren Zugunglück beim oberbayrischen Bad Aibling gab es Spekulationen und Gerüchte über eine vermisste Person und ein elftes Todesopfer. Am Morgen löste die Polizei die Verwirrung dann auf. Es gibt kein weiteres Todesopfer.

Nach dem Zugunglück von Bad Aibling mit zehn Toten wird - anders als Berichten am Morgen zufolge - kein weiterer Passagier vermisst. Die Polizei hatte zunächst gegenüber dem Bayrischen Rundfunk Meldungen vom frühen Morgen dementiert, nach denen eine elfte Person tot aufgefunden worden sei. Die Polizei Oberbayern Süd bestätigte via Twitter, dass keine Person mehr vermisst werde - es bleibt damit bei zehn Todesopfern.

In der Hektik der Erstversorgung "untergegangen"

Auf Anfrage des "BR" sagte ein Polizeisprecher, dass in der Hektik, in der die vielen Verletzten in diverse Krankenhäuser eingeliefert worden waren, ein Mensch wohl "untergegangen" sei.

Mehrere Medien hatten zunächst übereinstimmend berichtet, die Zahl der Todesopfer sei auf elf gestiegen, da man die Person tot aus dem Wrack geborgen habe.

Zugunglück bei Bad Aibling kostet zehn Menschen das Leben.

Erste Ermittlungen ergeben, dass die Tragödie im oberbayerischen Bad Aibling durch menschliches Versagen ausgelöst wurde. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Dienstagabend aus nach eigenen Angaben zuverlässiger Quelle. Bei dem Unglück waren mindestens zehn Menschen getötet worden, es gab rund 80 Verletzte. Es war das schwerste Zugunglück in Bayern seit mehr als 40 Jahren.

Wer genau für das Unglück verantwortlich zu machen ist, ist noch nicht bekannt. Mehr Details wurden der dpa nicht genannt. Zuvor hatte das RedaktionsNetzwerk Deutschland berichtet, dass menschliches Versagen das Unglück ausgelöst haben könnte.

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Bad Aibling: Tote und Verletzte bei Zugunglück in Bayern

Bei Bad Aibling (Oberbayern) ereignete sich am Dienstagmorgen ein schwereres Zugunglück. Zwei Personenzüge prallten frontal aufeinander. Bei dem Unfall kamen mehrere Menschen ums Leben, rund 150 Personen sind verletzt.

Bergungsarbeiten gehen weiter

Mit schwerem Gerät soll am Mittwoch damit begonnen werden, die Zugwracks zu entfernen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) will die Unglücksstelle besuchen und mit den Rettungskräften sprechen.

Wegen des Unglücks haben sich die Parteien entschieden, auf den Politischen Aschermittwoch in Bayern zu verzichten.

Am Dienstagmorgen waren zwei Nahverkehrszüge auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim frontal ineinander gekracht. "Der eine Zug hat sich förmlich in den anderen hineingebohrt und die Kabine des zweiten Zuges komplett auseinandergerissen", berichtete ein sichtlich betroffener Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). 18 Menschen wurden schwer, 63 Reisende leicht verletzt.

Die Rettungs- und Bergungsarbeiten gestalteten sich extrem schwierig, weil die Unglücksstelle in einem Waldstück an einer Hangkante neben dem Flüsschen Mangfall liegt.

Rund 700 Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten. Zum Teil zogen die überwiegend ehrenamtlichen Helfer die Opfer auch in Bergungssäcken mit Winden an den Hubschraubern hoch und flogen sie an das andere Ufer der Mangfall.

Die 37 Kilometer lange Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim wurde nach dem Unglück komplett gesperrt. Wann die Strecke wieder geöffnet werden kann, war zunächst unklar. Die Bergung der Trümmer wird wohl mehrere Tage dauern, da die Stelle schwer zugänglich ist. (dpa/tfr)

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