Das Zugunglück bei Bad Aibling bewegt Deutschland. In den sozialen Netzwerken mischte sich in das Mitgefühl auch Zorn - wegen eines Helfers, der ein Selfie vor den Trümmern zu machen scheint. Die Empörung war allerdings nicht gerechtfertigt.

Der Schock nach dem Zugunglück bei Bad Aibling in Bayern ist groß. Während die Bergung auf Hochtouren läuft und nach und nach klar wird, welche Ursachen zum Unglück führten, leisten zahlreiche Helferinnen und Helfer schier Unmenschliches. Was sie dort zu Gesicht bekommen, muss grausam sein.

Entsprechend groß war in den sozialen Netzwerken die Empörung, als plötzlich ein Foto kursierte, das angeblich einen Helfer zeigt, der vor den Trümmern für ein Selfie in die Smartphone-Kamera zu grinsen scheint. Der Tenor: "Hunderte Menschen verletzt, mehrere Tote - und der Spinner fotografiert sich selbst."

Urplötzlich stand der junge Mann am Online-Pranger, bis sich die Online-Plattform "NonstopNews" zu Wort meldete, aus deren Bewegtbildmaterial der Screenshot stammte.

Die Betreiber der Facebook-Seite schrieben: "Anders als das Standbild vermuten lässt, macht der Helfer vor Ort kein Selfie vor dem Unglückszug, sondern fotografiert 'lediglich' mit seinem Handy die aufgebaute Presse am gegenüberliegenden Ufer. Die daraus resultierenden Veröffentlichungen zeigen jedoch, welch fragwürdige Wirkung selbst ein solches vielleicht unbedacht geschehenes Handeln haben kann."

Unter dem Posting wurde weiterhin wild diskutiert: über die Medienvertreter vor Ort und die Kritikkultur im Internet.

"NonstopNews" hingegen versuchte zu beschwichtigen und brachte das zum Ausdruck, was bei Katastrophen wie diesen oft viel zu kurz kommt: "Wir zollen allen Rettungskräften, die sich an der heutigen Ausnahmesituation beteiligt haben, unseren großen Respekt für ihre Arbeit."

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Bad Aibling: Tote und Verletzte bei Zugunglück in Bayern

Bei Bad Aibling (Oberbayern) ereignete sich am Dienstagmorgen ein schwereres Zugunglück. Zwei Personenzüge prallten frontal aufeinander. Bei dem Unfall kamen mehrere Menschen ums Leben, rund 150 Personen sind verletzt.

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