Die Drohne "Euro Hawk" hat kein gutes Licht auf das Verteidigungsministerium geworfen. Ex-Verteidigungschef Thomas de Maizière hatte das Projekt gestoppt, weil die Kosten exorbitant gestiegen waren. Doch nun soll die Skandal-Drohne reaktiviert werden. So will es Ministerin Ursula von der Leyen. Doch warum?

Die Skandal-Drohne "Euro Hawk" steht möglicherweise vor einem Comeback. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet, dass das Verteidigungsministerium das unbemannte Flugzeug wieder zu Testzwecken fliegen lassen will.

Das sei eine Konsequenz aus einem umfassenden Rüstungsgutachten, das an diesem Montag vorgelegt werden soll. Das für den "Euro Hawk" entwickelte Aufklärungssystem "Isis" solle so weiter geprüft und möglicherweise in eine andere Drohne integriert werden.

Was bringt Ursula von der Leyens Reform der deutschen Truppe?

Den "Euro Hawk" durch ein konventionelles Flugzeug als Trägersystem zu ersetzen, kommt nach einem Bericht von "Spiegel Online" laut Gutachten nicht mehr infrage. Stattdessen sei nun die Drohne "Triton" im Rennen, die wie der "Euro Hawk" vom US-Hersteller Northrop Grumman stammt.

Massive Mehrkosten

Im vergangenen Jahr hatte der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) die Entwicklung des "Euro Hawk" wegen massiver Probleme bei der Zulassung für den deutschen Luftraum und drohender Mehrkosten von 500 bis 600 Millionen Euro gestoppt. Seit zwölf Monaten steht sie nun ungenutzt in einem Hangar im bayerischen Manching.

Der "Euro Hawk" hat den Steuerzahler bis zum Abbruch des Projekts bereits 600 Millionen Euro gekostet, davon 288 Millionen für die Aufklärungstechnik.