Johannesburg (dpa) - Wegen der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten sind dieses Jahr Expertenschätzungen zufolge mehr als 50 Millionen Menschen am Horn von Afrika und im Süden des Kontinents von Hunger bedroht.

Allein in Äthiopien werden bis zu 18 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein, was die Regierung bei weitem überfordert. "Wir gehen davon aus, dass mehr als 10 Millionen Menschen von Hilfsorganisationen unterstützt werden müssen", sagte am Mittwoch der Äthiopien-Direktor von Oxfam, Ayman Omer.

Wegen der vom globalen Klimaphänomen El Niño ausgelösten Dürreperiode sind Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge allein in Äthiopien, Somalia, Eritrea und dem Südsudan mehr als 25 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. In Äthiopien handelt es sich dem Hunger-Frühwarnsystem Fewsnet zufolge um die schlimmste Dürre seit 50 Jahren, im südlichen Afrika war die Lage seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr so kritisch.

Im südlichen Afrika sind der Regionalgruppierung SADC zufolge 28 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Etwa die Hälfte lebt in Südafrika, wo die Regierung die Menschen versorgen kann. In Simbabwe werden jedoch etwa 2,5 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe brauchen. In Malawi gelten 2,8 Millionen Menschen als hilfsbedürftig. Swasiland, Lesotho und Madagaskar sind ebenfalls betroffen.© dpa