Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe gegen Peschmerga-Einheiten im Nordirak. Die Kämpfer sollen Kriegsverbrechen gegen die arabische Bevölkerung begehen.

Seit Beginn des Kampfes gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) versuchen kurdische Peschmerga-Einheiten, die Dschihadisten im Nordirak zurückzudrängen. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International gehen die Kurden dabei wesentlich brutaler vor als bisher bekannt.

Terrormiliz beruft sich als Grund auf "außergewöhnliche Umstände".

Tausende Häuser arabischer Zivilisten sollen nach einem Amnesty-Bericht "mit Planierraupen zerstört, gesprengt oder angezündet" worden sein.

Die Aktionen seien Sanktionen aufgrund angeblicher Unterstützung für die Terroristen durch die Zivilbevölkerung.

Verdacht auf Kriegsverbrechen

Amnesty-Krisenberaterin Donatella Rovera nennt die Angriffe eine "bewusste Kampagne zur Vertreibung arabischer Bewohner". Das Vorgehen besäße "keinerlei militärische Rechtfertigung". Es handele sich dabei möglicherweise "um Kriegsverbrechen".

Neben der Zerstörung von ganzen Dörfern sollen die Peschmerga flüchtende arabische Zivilisten auch daran hindern, in bereits wiedereroberte und damit IS-freie Regionen umzusiedeln.

Die kurdischen Peschmerga-Verbände im Nordirak gehören zu den wichtigsten Verbündeten des Westens im Kampf gegen den sogenannten "Islamischen Staat".

Gut 100 Bundeswehr-Soldaten bilden im Nordirak Kurden aus. Auch Waffen werden seit geraumer Zeit an die Peschmerga geliefert.