Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat ein gemeinsames Vorgehen der syrischen Armee und der mit ihr verfeindeten moderaten Kräfte gegen die Terrormiliz IS gefordert.

"Es muss endlich Schluss damit sein, dass sich die syrische Armee, die Freie Syrische Armee und moderate Milizen-Gruppen im Drei-Fronten-Krieg verschleißen, statt gemeinsam gegen ISIS zu kämpfen. Wir müssen jetzt alle zusammenbringen, die gegen ISIS sind", sagte er der "Bild am Sonntag".

Terrorhelfer trainieren im Wald und auf Freizeitanlagen für den Krieg.

ISIS bezeichnet das Terrornetz "Islamischer Staat im Irak und in Syrien", das sich heute als Islamischer Staat (IS) bezeichnet. Die Freie Syrische Armee ist ein Zusammenschluss moderater Rebellen.

Armee und kurdische Kämpfer kooperieren

Bisher habe sich der syrische Präsident Baschar al-Assad weniger auf den Kampf gegen den IS konzentriert als auf den gegen seine moderaten Gegner.

Aber: "Wir sehen genau dort militärische Erfolge, wo es gelungen ist, ein gemeinsames Vorgehen zu vereinbaren", sagte der Minister und wies auf das abgestimmte Vorgehen von Armee und Kurdenkämpfern im Irak hin.

Einen Einsatz westlicher Bodentruppen lehnte er hingegen ab: Niemand im Westen wolle das. "ISIS wünscht sich ja geradezu die verhassten westlichen Truppen in Syrien oder im Irak, um ihnen seine Selbstmordattentäter entgegenzuwerfen."

Grüne halten nichts von Bodentruppen

Für ein militärisches Engagement jenseits von Bodentruppen sind selbst Grünen-Politiker unter Bedingungen offen.

"Wenn es zu einem UN-Mandat für Syrien kommt, schließen wir nicht aus, dass dann auch die Bundeswehr dabei sein sollte, wobei wir von Bodentruppen eher weniger halten", sagte Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter dem Fernsehsender Phoenix. Die Grünen-Vorsitzende im Europaparlament, Rebecca Harms, schloss sich an: "Niemand darf glauben, dass es ohne militärischen Einsatz gegen ISIS zu Ende gebracht werden kann."© dpa

Immer wieder wird von Politikern und Militärs über die Entsendung von Bodentruppen gegen den Islamischen Staat gesprochen. Wird es wirklich dazu kommen? Der Politologe Thomas Jäger hält das Szenario wegen der enormen Risiken für eine "theoretische Debatte".