In Frankreich sind 2015 mehrere mit den Pariser Terroranschlägen vergleichbare Attacken vereitelt worden. Indes veröffentlichte der sogenannte "Islamische Staat" ein Video, das offenbar die Attentäter von Paris zeigt - und wie sie sich auf die Anschläge vorbereitet haben.

Im Jahr 2015 seien elf Anschläge verhindert worden "von der Art wie die vom 13. November", sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Sonntag im TV-Sender France 5.

Mutmaßlicher Islamist Nils D. schildert perfide Praktiken der Terrormiliz.

"Einer davon drohte ein Konzert in einem Veranstaltungssaal anzugreifen, andere drohten mit massiven tödlichen Anschlägen gegen Franzosen auf Straßen und in Städten", sagte der Innenminister.

Bei den Anschlägen am 13. November in Paris und Saint-Denis hatten drei islamistische Killerkommandos in einem Musikclub, in Bars und Restaurants sowie am Fußballstadion Stade de France insgesamt 130 Menschen getötet.

Cazaneuve sprach zudem von den "gleichen Akteuren" bei den vereitelten Anschlägen. Zu den November-Attacken hatte sich die von Frankreich im Irak und in Syrien bekämpfte Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) bekannt.

Nähere Angaben machte Cazeneuve nicht. Bei dem Interview ging es um die Frage der Notwendigkeit des seit den Anschlägen in Frankreich herrschenden Ausnahmezustands.

Die bis Ende Februar geltende umstrittene Rechtslage mit zahlreichen Sonderregelungen für die Sicherheitsorgane soll nach dem Willen der Regierung um drei weitere Monate verlängert werden.

Entführt, geschlagen, misshandelt: 2014wurde die Jesidin Jinan von Männern des sogenannten "Islamischen Staates" entführt. Ihr Martyrium hat sie überlebt. In ihrem Buch "Ich war Sklavin des IS" schildert sie einen Schrecken, den sich kaum jemand auszudenken vermag.

IS-Video zeigt angeblich die Attentäter von Paris

Indes hat der "IS" ein Video veröffentlicht, das offenbar die Mörder von Paris zeigt. Die Dschihadisten-Organisation stellte das Video am Sonntag ins Netz. Das Video mit dem Titel "Tötet sie, wo Ihr sie findet" wurde auf dem IS-Medienportal "Al-Hajat" und auf islamistischen Websites gezeigt.

Darin werden vier Belgier, drei Franzosen und zwei Iraker als die Täter präsentiert, die am 13. November in Paris eine Reihe von Bars und Restaurants, den Konzertsaal Bataclan sowie die Fußballarena Stade de France attackiert hatten.

Das Video zeigt die neun Dschihadisten bei Gräueltaten wie etwa Enthauptungen und Erschießungen von Geiseln sowie auch Aufnahmen von den Anschlägen in Paris und von Einsätzen französischer Sicherheitskräfte nach den Taten.

Nils D. schildert vor Gericht, warum er zum Terroristen wurde.

Die Attentäter werden als "Löwen" beschrieben, die "Frankreich in die Knie" gezwungen hätten. Die neun Dschihadisten kommen in dem Video auch zu Wort, wobei sie Arabisch oder Französisch sprechen.

Mehrere von ihnen sagen, dass ihre Botschaft "an alle Länder gerichtet" sei, die sich an der US-geführten Militärkoalition gegen den IS in Syrien und im Irak beteiligen.

Gezeigt wird außerdem ein Bild des britischen Premierministers David Cameron mit dem englischen Kommentar: "Wer immer sich auf die Seite der Ungläubigen schlägt, wird Zielscheibe unserer Schwerter sein". (cai/far/dpa/afp)