Der selbsternannte "Islamische Staat" verliert Tausende Kämpfer. Das geht aus aktuellen Schätzungen der USA hervor.

Die Zahl der Kämpfer in Reihen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak hat sich nach US-Angaben deutlich verringert. Demnach habe die Terrormiliz etwa ein Fünftel ihrer Kämpfer verloren.

Die USA gingen derzeit von 19.000 bis 25.000 Kämpfern aus, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, am Donnerstag in Washington. "Der IS hat erhebliche Verluste erlitten", so Earnest.

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Vorherige Schätzungen waren von bis zu 31.500 bewaffneten IS-Extremisten in beiden Ländern ausgegangen.

Earnest führte den Rückgang auf militärische Erfolge der Anti-IS-Koalition zurück.

Zudem gebe es, wie "Spiegel Online" berichtete, inzwischen größere Hindernisse für Ausländer, sich der Miliz anzuschließen. Auch Fahnenflucht und Folgen von "internen Disziplinierungsmaßnahmen" seien ein Grund für die Verluste.

Earnest machte jedoch keine Angaben zu IS-Kämpfern in anderen Ländern wie etwa Libyen. Nordafrika, Südasien und andere Teile des Nahen Ostens sind nicht Bestandteil des Berichts.

Bereits seit 2015 immer mehr Verluste für den IS

Auch bei den Gebieten hat der IS zuletzt Verluste hinnehmen müssen. Im Vergleich zum Winter 2014 schrumpfte das Territorium der Terrormiliz innerhalb eines Jahres um rund 14 Prozent. Die Gebietsverluste treffen die Terrormiliz hart.

Königreich wäre bereit, sich an Kampf gegen IS in Syrien zu beteiligen.

Da besonders Grenzgebiete zur Türkei nicht mehr von ihnen kontrolliert werden, ist die Einreise neuer Rekruten deutlich erschwert. Auch das kann einer der Gründe sein, wieso sich die Kämpferanzahl der Terrormiliz drastisch reduziert hat.

Bereits Ende 2015 hatte US-Präsident Barack Obama davon gesprochen dass man den IS "härter als je zuvor" treffe. Tatsächlich wurden 2015 einige Städte im Irak (Sindschar, Tikrit, Ramadi) aus den Händen der Terrormiliz befreit und zurückerobert.

Die zunehmenden Verluste für den IS zeigen sich bereits in der Menge an Propagandamaterial, das veröffentlicht wird: Der Terrorismusforscher Aaron Y. Zelin vom US-amerikanischen Thinktank "Washington Institute for Near East Policy" fand beispielsweise heraus, dass die Terrormiliz seit August 2015 immer weniger Videos und Fotos veröffentlicht.

(dpa/she)

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