Der sogenannte "Islamische Staat" (IS) erlaubt offenbar den Handel mit Organen seiner Gefangenen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters auf ihrer englischsprachigen Website.

Reuters beruft sich dabei auf ein Schreiben von Ende Januar, welches der Agentur vorliegen soll. Das Dokument soll der US-Regierung in die Hände gefallen sein. Reuters konnte es allerdings nach eigenem Vernehmen bisher nicht verifizieren.

"Die Organe der Abtrünnigen dürfen straffrei entnommen werden", heißt es in dem Dokument des Fatwa-Komitees der Terrormiliz.

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Die Organe dürften selbst dann entnommen werden, wenn dies den Tod des "Spenders" bedeute. In der sogenannten Fatwa 68 heißt es: Organe dürften "pre" und "post mortem" entnommen werden.

Der sogenannte "Islamische Staat" (IS) rechtfertigt dies unter anderem mit Kannibalismus: "Eine Gruppe von islamischen Gelehrten hat erlaubt, dass man, wenn nötig, einen Abtrünnigen töten darf, um sein Fleisch zu essen. Das ist eine Art, um von deren Körper zu profitieren."

Bisher ist nicht klar, ob die Dschihadisten wirklich mit Organen handeln. Allerdings wurde der Terrormiliz bereits im Februar vorgeworfen, sich auch damit zu finanzieren.

Die Extremisten hätten Ärzte getötet, die sich geweigert hätten, dabei mit ihnen zusammenzuarbeiten, berichtete der irakische UN-Botschafter Mohammed Ali al-Hakim in New York vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen.

Die irakische Regierung habe Massengräber mit Leichen entdeckt, denen Organe entnommen worden seien, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

"Einige der Körper, die wir gefunden haben, waren verstümmelt, einige Körperteile fehlten", erklärte der Botschafter weiter. "Das ist eine andere Form der Finanzierung." (far/dpa)

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