Anhänger der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" sollen künftig nur noch die Hälfte ihres Solds bekommen. "Außergewöhnliche Umstände" sind angeblich dafür verantwortlich, heißt es in einem Schreiben der IS-Führung.

Der Terrormiliz "Islamischer Staat (IS)" geht anscheinend das Geld aus: Die Islamisten wollen die monatlichen Zahlungen an ihre Anhänger um die Hälfte kürzen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Nur noch 200 Dollar pro Terrorist

Der Sold soll auf rund 200 Dollar halbiert werden, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Sie veröffentlichte als Beleg ein mutmaßliches Schreiben der IS-Führung, in dem sich die Islamisten auf "außergewöhnliche Umstände" berufen.

Die Terrormiliz ist streng organisiert, in einem Punkt aber äußerst angreifbar.

Von der Entscheidung sei niemand ausgenommen, zitiert die Beobachtungsstelle aus der Erklärung. Ausländische Kämpfer erhielten demnach bisher 800 Dollar im Monat.

Auch dieser Betrag werde halbiert. An den beiden Lebensmittellieferungen pro Monat, die es derzeit gebe, wolle die Terrormiliz aber festhalten.

Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) sitzt in Großbritannien und beruft sich auf ein Netz von Aktivisten in Syrien.

Die Lage im Land macht es schwierig, die Informationen von unabhängiger Seite zu prüfen. In der Vergangenheit stellten sich die Angaben jedoch häufig als zuverlässig heraus.

Schwerwiegende Gebietsverluste

Im Vergleich zu 2014 ist im vergangenen Jahr das vom IS kontrollierte Gebiet um 14 Prozent geschrumpft.

Das klingt zwar nach wenig, darunter befinden sich aber unter anderem Grenzgebiete zur Türkei - weshalb die Terrormiliz nun weniger Möglichkeiten hat, sich mit Nachschub an Kämpfern zu versorgen.

Gebietsgewinne verzeichnete die vom selbst ernannten Kalifen Abu Bakr al-Bagdadi angeführte sunnitische Miliz 2015 im Westen Syriens, unter anderem über die historische Oasenstadt Palmyra. (ank)

Entführt, geschlagen, misshandelt: 2014wurde die Jesidin Jinan von Männern des sogenannten "Islamischen Staates" entführt. Ihr Martyrium hat sie überlebt. In ihrem Buch "Ich war Sklavin des IS" schildert sie einen Schrecken, den sich kaum jemand auszudenken vermag.

Mit Material von dpa