Inhalte aus dem Entwurf der Parteiprogramms der AfD sind publik geworden. Einem Medienbericht zufolge spricht sich die rechtspopulistische Partei unter anderem gegen die Beschneidung von Jungen aus.

Die Alternative für Deutschland (AfD) will offenbar die Beschneidung jüdischer und muslimischer Jungen in Deutschland verbieten lassen. Sie lehnt auch das Minarett als "islamisches Herrschaftssymbol" genauso ab wie den Muezzinruf.

Partei will CDU und SPD entmachten, könnte aber das Gegenteil erreichen.

Das berichtet Die "Bild"-Zeitung vom Samstag unter Berufung auf den der Redaktion vorliegenden 72 Seiten langen Entwurf des AfD-Parteiprogramms, das am 30. April von einem Bundesparteitag in Stuttgart beschlossen werden soll.

Darin heißt es, die AfD lehne die Beschneidung des männlichen Kindes "wegen gravierender Grundrechtsverletzungen" ab. Die Beschneidung verstoße gegen die Menschenwürde und missachte die Grundrechte auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung der betroffenen Kinder.

Das ebenfalls vorgesehene Verbot von Minaretten und dem Muezzinruf begründet die AfD in dem Programmentwurf damit, dass diese "im Widerspruch zu einem toleranten Nebeneinander der Religionen" stünden, das "die christlichen Kirchen in der Moderne praktizieren".

Außerdem soll nach Auffassung der AfD das "betäubungslose Schächten von Tieren" untersagt werden und die entsprechende Ausnahmeregelung für Religionsgemeinschaften im Tierschutzgesetz entfallen.

Wie die Zeitung weiter berichtet, setzt sich die AfD für in dem Programmentwurf außerdem für die Privatisierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Abschaffung der Gebühreneinzugszentrale GEZ ein.

ARD und ZDF sollen sich "von 2018 an selbst finanzieren". Rückgängig machen will die AfD stattdessen den Ausstiegsbeschluss aus der Kernenergie. Eine Laufzeitverlängerung sei "mindestens übergangsweise" sinnvoll, heißt es in dem "Bild" vorliegenden Entwurf des Parteiprogramms. (far)