Amsterdam (dpa) - Die Zusammensetzung des Flüchtlingszustroms nach Europa hat sich nach Zahlen der EU-Kommission zuletzt deutlich verändert.

"In Griechenland haben wir mittlerweile weniger als 40 Prozent syrische Flüchtlinge und möglicherweise sind manche von ihnen mit falschen Pässen ausgestattet", sagte der österreichische EU-Kommissar Johannes Hahn am Rande eines EU-Außenministertreffens in Amsterdam. "Das ist eine neue zusätzliche Dimension, dass sozusagen im Windschatten der Flüchtlingskrise jetzt noch ein verstärkter Migrationsstrom eingesetzt hat."

Mit Blick auf die heftigen Gefechte in der syrischen Großstadt Aleppo wies der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn allerdings darauf hin, dass sich die Situation sehr schnell wieder ändern könne. "Es kommt mit großer Wahrscheinlichkeit eine große Flut von Menschen auf uns zu", sagte er.

Schuld daran seien die von Russland unterstützten Angriffe der syrischen Regierungstruppen auf Oppositionskräfte in Aleppo. Asselborn forderte die Außenminister der USA und Russlands auf, ihre Gespräche für eine Friedensinitiative "sehr, sehr schnell" zu vertiefen. Bei den für Donnerstag geplanten Verhandlungen in München müsse es darum gehen, "wirklich zu stoppen, was gestoppt werden muss".© dpa