New York (dpa) - UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat das vorsätzliche Aushungern von Menschen in den belagerten Städten Syriens als Kriegsverbrechen bezeichnet.

In einem Konflikt, der bereits schockierende Tiefen der Unmenschlichkeit erreicht habe, sei dies ein weiterer Tiefpunkt, sagte Ban in New York.

"Das Aushungern (von Menschen) als Kriegswaffe zu benutzen, ist ein Kriegsverbrechen", stellte Ban klar. "Alle Parteien - einschließlich der syrischen Regierung, die als erstes für den Schutz der Syrer verantwortlich ist - praktiziert diese und andere Gräueltaten, die nach dem humanitären Völkerrecht untersagt sind." Ban forderte die internationale Gemeinschaft auf, Druck auf die Kieg führenden Parteien auszuüben, damit sie ungehinderten Zugang für Hilfslieferungen gewähren.

Rund 400 000 Menschen leben nach den Worten von Ban in belagerten Orten; davon rund die Hälfte in Gebieten unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und weitere 180 000 Menschen in Gebieten, die von der syrischen Regierung und ihren Verbündeten kontrolliert werden. Die UN-Organisationen könnten nur ein Prozent der Menschen in belagerten Gebieten mit Lebensmitteln versorgen.

In der vom syrischen Regime belagerten Stadt Madaja trafen derweil am Donnerstag weitere Hilfslieferungen für die hungernden Menschen ein. Außerdem sollen die nordsyrischen Orte Kefraja und Fua Lieferungen erhalten, die seit April von Rebellen belagert werden, wie das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) mitteilte.© dpa