Bundestagspräsident Norbert Lammert will Hausverbote gegen die beiden Israel-Kritiker verhängen, die Linksfraktionschef Gregor Gysi in einem Parlamentsgebäude bedrängt und verfolgt haben. Ein entsprechendes Verfahren sei eingeleitet worden, teilte die Bundestagsverwaltung am Mittwoch mit.

Jeder Versuch, auf Mitglieder des Deutschen Bundestages physischen Druck auszuüben, sie körperlich zu bedrängen und damit die Wahrnehmung der Aufgaben des Hauses zu gefährden, sei indiskutabel und müsse unterbunden werden, erklärte Lammert zur Begründung.

Die beiden aus Kanada und den USA stammenden Journalisten waren von Abgeordneten der Linksfraktion zu einer Diskussionsrunde in den Bundestag eingeladen worden. Anschließend fingen sie Gysi vor seinem Büro im Bundestag ab.

Einer von ihnen verfolgte den Fraktionschef mit einer Kamera bis auf die Toilette und warf ihm vor, ihn öffentlich als Antisemiten bezeichnet zu haben. Gysi weist den Vorwurf zurück. Das Video wurde später im Internet veröffentlicht.© dpa