Das Bundesinnenministerium hält die Anschlagsgefahr in Deutschland laut einem Bericht der "Bild" für groß und Anschläge nach dem Muster der Terrorattentate von Paris für ein mögliches Szenario.

Die Zeitung beruft sich dabei auf einen aktuellen Bericht des Bundesinnenministeriums (BMI) zur Sicherheitslage in Deutschland.

Innenminister de Maizière macht sich persönlich Bild der Lage in Istanbul.

In dem als vertraulich eingestuften Bericht heißt es demnach: "Deutschland ist erklärtes und tatsächliches Ziel dschihadistisch motivierter Gewalt", die "sich jederzeit in Form von Gewalttaten gegen staatliche und zivile Einrichtungen sowie Staatsbedienstete und Zivilpersonen konkretisieren" kann.

Konkret warnt der Bericht vor Attacken im Stil der Angriffe von Paris. Dabei gelten "multiple, teilweise über mehrere Tage zeitversetzte, Anschläge gegen verschiedene Zielkategorien" mithilfe von Schusswaffen, Spreng- und Brandbomben als das wahrscheinlichste Szenario.

Als mögliche Täter sieht das BMI laut Bericht "Einzeltäter oder autonom agierende Gruppen", wobei die größte Gefahr von aus Syrien zurückgekehrten Kämpfern ausgehe.

Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass seit 2012 mehrere hundert Deutsche in die Kriegsgebiete im Irak und in Syrien gereist sind. Mehr als 300 von ihnen sollen nach Deutschland zurückgekehrt sein. Sie würden laut Geheimdienstexperten als "kampferprobt und komplett verroht" gelten.

Das Innenministerium hat den "Bild"-Bericht bisher nicht offiziell bestätigt.

Bei den koordinierten Anschlägen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Paris auf einen Konzertsaal, mehrere Cafés und Restaurants sowie vor dem Fußballstadion Stade de France waren am 13. November 130 Menschen getötet worden. (rs/cai/dpa/afp)