Der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Boutros Boutros-Ghali, ist tot. Der ägyptische Top-Diplomat verstarb im Alter von 93 Jahren. Dies bestätigte der UN-Sicherheitsrat am Dienstag in New York.

Boutros Boutros-Ghali hatte sich vor allem zwischen 1992 und 1996 als UNO-Generalsekretär einen Namen gemacht.

Doch schon zuvor hatte der studierte Rechtswissenschaftler in diversen Konflikten auf dem afrikanischen Kontinent interveniert und war auch an den Gesprächen beteiligt, die 1990 in Südafrika zur Freilassung Nelson Mandelas aus der politischen Haft geführt hatten.

Boutros-Ghali und der Konflikt in Ruanda

Im selben Jahr soll Boutros-Ghali als Staatsminister im ägyptischen Außenministerium allerdings auch einen Vertrag über Waffenlieferungen an die Hutu-Regierung in Ruanda genehmigt haben.

Waffen, die laut einem Bericht der US-amerikanischen Journalistin Linda Melvern auch bei der Niederschlagung des Aufstands der "Ruandische Patriotische Front" (RPF) unter Paul Kagame zum Einsatz gekommen sein sollen. In der Folge kam es 1994 zum Völkermord an den Tutsi.

Am 3. Dezember 1991 wurde Boutros-Ghali dann zum sechsten Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt. In seine Amtszeit fiel die Neustrukturierung der UNO, welche eine effektive Krisenbewältigung erschwerte.

Boutros-Ghali trieb 1995 die Maßnahme "Öl für Lebensmittel" voran. Ein Programm, dass die Versorgung der irakischen Bevölkerung während des Embargos nach dem Zweiten Golfkrieg verbessern sollte.

Boutros-Ghalis Wiederwahl als Generalsekretär der wurde vor allem durch Einspruch der USA verhindert. Seine Amtszeit endete am 31. Dezember 1996.

(mwy)