An der jordanisch-syrischen Grenze sind Bewegungen gemeinsamer Militärverbände der USA und Jordaniens zu beobachten. Dutzende Panzer und Kampfjets würden entlang der rund 370 Kilometer langen Grenze mobilisiert, sagten Augenzeugen und ein Armeesprecher am Mittwoch.

Es scheint nur noch eine Frage von Stunden zu sein, bis eine US-geführte Koalition mit Luftangriffen auf die Truppen des Assad-Regimes beginnt. Doch die deutsche Politik stellt schon jetzt unmissverständlich klar: Deutsche Soldaten werden sich nicht an den Angriffen beteiligen. Der nächste Affront gegen die Verbündeten?

Die Truppen der USA und Jordaniens hätten sich monatelang gemeinsam auf dieses Szenario vorbereitet, erklärte ein jordanischer Kommandeur. Einwohner berichteten zudem, zahlreiche Drohnen überwachten das Grenzgebiet. Der jordanische König ist ein treuer Verbündeter Washingtons und unterstützt einen möglichen Militäreinsatz gegen Syrien.

Wie gefährlich ist Assads Regime, wenn es zum Krieg kommen sollte?

Unterdessen haben Fachleute der UN in der Nähe von Damaskus Spuren eines Angriffs mit chemischen Waffen gefunden. Luftangriffe einer US-geführten Koalition auf die Truppen des Assad-Regimes dürften damit unmittelbar bevorstehen. Auch Israel bereitet sich auf den Ernstfall vor und hat eine teilweise Mobilmachung seiner Reservisten angeordnet.

Es seien "chemische Substanzen" entdeckt worden, teilte der Syrien-Gesandter der UN, Lakhdar Brahimi, mit. Die USA und andere westliche Staaten sind inzwischen fest davon überzeugt, dass die Assad-Truppen Schuld an dem Angriff tragen. US-Vizepräsident Joe Biden sagte, es gebe keinen Zweifel daran, dass die Führung in Damaskus für den "ruchlosen" Gebrauch chemischer Waffen verantwortlich sei.

Sitzung des Sicherheitsrates ohne Ergebnis

Die mit Spannung erwartete Sitzung des UN-Sicherheitsrats ist ohne Beratungen über eine von Großbritannien vorgeschlagene Syrien-Resolution zu Ende gegangen.

Das Gremium widmete sich bei dem Treffen am Mittwoch in New York nur dem offiziellen Tagesordnungspunkt, dem UN-Einsatz in Haiti. Großbritannien hatte zuvor angekündigt, den Entwurf für eine Resolution einzureichen, der "alle notwendige Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten vor Chemiewaffen" in Syrien erlaubt. Das würde Luftangriffe einschließen.

Die fünf vetoberechtigten Mitglieder des Gremiums - Großbritannien, Frankreich, China, Russland und die USA - hatten sich allerdings auf Einladung der Briten vor der Sitzung hinter verschlossenen Türen separat getroffen und über die Situation in Syrien und den Resolutionsentwurf gesprochen. Dabei habe Russland seine ablehnenden Haltung betont, hieß es. Es sei noch zu früh für eine solche Resolution. Der Entwurf wurde schließlich nicht bereits am Mittwoch in den Sicherheitsrat eingebracht, wie zuvor erwartet worden war.

Wann nun - und ob überhaupt - über das Papier beraten werden kann, ist noch unklar. Für Mittwochnachmittag (Ortszeit) stand keine weitere Sitzung des Sicherheitsrats an. Am Donnerstagvormittag will das Gremium laut Planung über die UN-Mission im Libanon beraten. Eine Sondersitzung des Rats kann allerdings jederzeit einberufen werden. Das Gremium ist seit Beginn des Syrien-Konfliktes vor rund zweieinhalb Jahren quasi handlungsunfähig, weil Russland und China die Forderungen der Westmächte mit ihrem Veto blockieren.