Al-Hassaka/Sanaa (dpa) - Bei einem Anschlag der IS-Terrormiliz auf Feiern zum kurdischen Neujahrsfest Newroz sind in der Stadt Al-Hassaka im Nordosten Syriens mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen. Der lokale Radiosender Arta FM berichtete zudem von mehr als 70 Verletzten. Insgesamt habe es zwei Explosionen gegeben.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprengte sich mindestens ein Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat in die Luft. In der Region um Al-Hassaka gibt es seit Wochen immer wieder heftige Kämpfe zwischen der Terrormiliz und kurdischen Einheiten.

Tunesien galt als Musterland des Arabischen Frühlings - nun offenbart ein blutiger Anschlag die islamistischen Untiefen in der jungen Demokratie. In dem Land gibt es eine starke Verbindung zur IS-Miliz.

Unterdessen fordert der Machtkampf im Jemen einen immer höheren Blutzoll. Die schiitischen Huthi-Rebellen kontrollieren weite Teile des Landes. Jetzt wurden sie in der Hauptstadt Sanaa zum Ziel von zwei blutigen Anschlägen. Mittlerweile hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den Selbstmordattentaten bekannt.

Bei Terroranschlägen auf zwei Moscheen der schiitischen Huthi-Rebellen in Jemens Hauptstadt Sanaa sind beim traditionellen Freitagsgebet mindestens 137 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtet der TV-Kanal Al-Masira, der zu den Huthi-Rebellen gehört. Mehr als 100 weitere Gläubige wurden laut Ärzten verletzt.

Die Attentäter sprengten sich kurz nacheinander in die Luft, wie Augenzeugen berichteten. Zunächst habe ein Attentäter eine Bombe gezündet, um einen Sicherheitsgürtel um ein Gotteshaus zu sprengen. Ein zweiter Täter sei danach in die Moschee eingedrungen und habe dort viele Menschen mit in den Tod gerissen. Ein dritter Attentäter habe eine weitere Moschee angegriffen. Unter den Toten ist auch einer der wichtigsten schiitischen Geistlichen des Landes, wie die Huthis mitteilten.

Islamischer Staat (IS) bekennt sich zu Attentaten

Wer hinter den Anschlägen steckt, war zunächst unklar. Die Huthi-Rebellen liefern sich seit Monaten einen Machtkampf mit Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi. Auch mit dem jemenitischen Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida sind sie verfeindet. Mittlerweile hat sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu den Anschlägen bekannt. Das geht aus einer am Freitag im Internet veröffentlichten Textbotschaft hervor.

Darin heißt es entgegen erster Angaben, dass vier "Ritter" in zwei Moscheen Sprengstoffgürtel gezündet hätten. Auch die Dschihad-Beobachterplattform Site berichtete über die IS-Botschaft. Ob sie echt ist, ließ sich zunächst nicht prüfen.

Die Huthi-Rebellen brachten in den vergangenen Monaten den Norden des Landes und die Hauptstadt unter ihre Kontrolle. Vor einigen Wochen setzten sie Hadi und die Regierung ab, sie lösten auch das Parlament auf. Der Präsident floh deshalb ins südjemenitische Aden. Von dort aus will er weiterregieren.© dpa