Hirschaid (dpa) - Der ehemalige Landtagsabgeordnete Eike Hallitzky ist neuer Landesvorsitzender der bayerischen Grünen.

Der 55-Jährige setzte sich auf einem Landesparteitag im oberfränkischen Hirschaid am Sonntag in einer Kampfabstimmung gegen den oberbayerischen Kommunalpolitiker Markus Büchler (41) durch.

Für Hallitzky stimmten 145 Delegierte (51 Prozent), für Büchler 134 (47 Prozent). Hallitzky führt die Grünen in einer Doppelspitze mit Sigi Hagl, die im vergangenen Jahr auf den Spitzenposten gewählt worden war. Der bisherige Landeschef Dieter Janecek, der seit Herbst 2013 im Bundestag sitzt, hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

Hallitzky kündigte für die kommenden Jahr eine Politik nach dem Motto "Grün pur" an. Die Grünen müssten ihre zentralen Werte wieder stärker nach außen vertreten. Zugleich gab er als großes Ziel aus, die CSU bei der nächsten Landtagswahl 2018 in die Opposition zu schicken. "Ich werde alles dafür tun, dass wir 2018 den Allesversprecher und Nichtstuer Seehofer und seine Marionetten endlich dahin schicken, wo sie schon lange hingehören: in die ungelesenen Fußnoten schlechter Geschichtsbücher", rief Hallitzky den Delegierten zu.

Er warf Seehofer und der CSU eine zukunftsblinde, populistische Politik vor. Zum Auftakt des Parteitags am Samstag hatten auch andere Grünen-Spitzenpolitiker die CSU-Landesregierung scharf attackiert, insbesondere wegen der Flüchtlingspolitik. Der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Anton Hofreiter, nannte es eine Schande, dass Bayern bei der Aufnahme von Flüchtlingen so überfordert sei: "Für diesen Seehofer muss man sich selbst als Grüner bundesweit schämen."© dpa