Der EU-Gipfel will ein Ende der "Durchwinken-Praxis" in der Flüchtlingskrise. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Kurz vor Beginn des EU-Gipfels sind offenbar Informationen zur Abschlusserklärung durchgesickert. Wie die Nachrichtenagentur Reuters online berichtet, will die EU die "Durchwinken"-Praxis in der Flüchtlingskrise beenden.

Briten-Deal und Flüchtlingskrise: Darüber wird in Brüssel beraten.

Demnach wird die normale Funktionsweise des Schengen-Raumes nach und nach wiederhergestellt. Dies soll Inhalt eines entsprechenden Entwurfs sein.

"Wir müssen zu einer Situation zurückkehren, in der alle Schengen-Staaten den Schengen-Grenzkodex wieder anwenden und Drittstaaten-Angehörigen an den Außengrenzen die Einreise verweigern, die die Einreise-Anforderungen nicht erfüllen und keinen Asylantrag gestellt haben, obwohl dies möglich gewesen wäre", heißt es in dem Entwurf.

Die "Politik des Durchwinkens" - also das Weiterreichen von Flüchtlingen an Nachbarstaaten - ist eines der Kernprobleme der Flüchtlingskrise. Die Anrainerstaaten der Balkanroute benannten es bei ihrem Treffen Ende Oktober, auch die EU-Kommission kritisiert den Ansatz immer wieder.

Eindämmung der illegalen Einwanderung

Als Priorität wird Reuters zufolge die Eindämmung der illegalen Einwanderung an der türkisch-griechischen Grenze genannt.

Die Flüchtlingsbewegungen auf der Balkanroute sehen die Teilnehmer mit "tiefer Besorgnis". Auch mögliche Entwicklungen auf anderen Routen müssten beobachtet werden, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können.

Mit Blick auf Griechenland wollen man auf die besondere Lage maritimer Grenzen achten.

In der Flüchtlingskrise haben mehrere Staaten wieder Grenzkontrollen eingeführt. Die Staats- und Regierungschefs wollen am Donnerstag und Freitag in Brüssel über die Flüchtlingskrise und die Reformforderungen Großbritanniens beraten. (she/far/dpa)

Flüchtlingskrise: Angela Merkel und ihr unbeirrter Kurs in Zitaten

Kurz vor dem EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) so einsam wie noch nie. Europa ist angesichts der Flüchtlingsproblematik zerstritten. Doch die Kanzlerin bleibt eisern bei ihrem Kurs, wie diese Zitate zeigen. © 1&1 Mail & Media

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