Nach den Landtagswahlen bekommt Frauke Petry das Lächeln nicht aus dem Gesicht. Ihre Partei ist zweistellig in drei Landtage eingezogen. Doch einer, der ihr die gute Laune vermiesen dürfte, ist ihr ehemaliger Lehrer. Der rechnet auf Facebook mit der AfD-Chefin ab. Sein Kommentar hat es in sich.

Der Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen am vergangenen Sonntag war offenbar keine Eintagsfliege. Einer neuen "Stern"-RTL-Umfrage zufolge wäre die populistische Partei drittstärkste Kraft im Bundestag, wenn diesen Sonntag gewählt würde.

Einen maßgeblichen Anteil daran hat AfD-Chefin Frauke Petry. Auf einer Pressekonferenz frönte sie den Erfolg ihrer Partei und verteidigte deren islamkritischen Kurs. Dumm nur: Mit der Wahrheit scheint es Petry dabei nicht so genau zu nehmen.

Peuckmann: Frauke Petry lügt

Ein ehemalige Lehrer von Frauke Petry widerspricht der AfD-Chefin in einem Punkt vehement. In einem am Dienstag veröffentlichten Kommentar auf Facebook bezichtigt der Schriftsteller Heinrich Peuckmann die AfD-Chefin der Lüge.

"Anderen Lügenpresse vorwerfen und selber lügen, wenn es darum geht, sein verschroben undifferenziertes und verachtenswertes Welt- und Menschenbild zu begründen, ist schon schäbig", schreibt Peuckmann.

Konkret gehe es um eine Aussage Petrys zu Bergkamen. Dort gab und gebe es heute noch "No-Go-Areas", sagte Petry am Montag auf der Bundespressekonferenz.

Die 40-Jährige hatte am Städtischen Gymnasium in Berkamen ihr Abitur gemacht. Ihr alter Lehrer will es besser wissen und widerspricht:

"Nun gibt es in Bergkamen durchaus Viertel, in denen sich soziale Probleme zuspitzen, aber ein Viertel, in das sich die Bergkamener Polizei nicht mehr traut, gibt es wirklich nicht."

Petry ist "intelligent, nicht klug"

Aktuelle Zahlen unterstützen die Aussage Peuckmanns. Wie der "Westfälische Anzeiger" online berichtet, gab es in Bergkamen letztes Jahr 2.805 Straftaten; im Jahr zuvor 3.392. Die meisten Verbrechen seien Diebstahldelikte.

"Die 'Zeit' hat mich mal nach ihr gefragt und ich habe einzig gesagt, dass Frauke eine intelligente Schülerin war. Man muss da, merke ich, begrifflich genau sein, intelligent, nicht klug. Denn mit Klugheit verbindet sich Moral. Die kann ich bei ihr nicht (mehr) erkennen", schreibt Peuckmann weiter.

Peuckmann ist über Petrys Werdegang offenbar schwer enttäuscht. "Als Lehrer sollte man nichts, schon gar nichts Negatives über seine ehemaligen Schüler kundtun. Manchmal geht es aber nicht anders, ein solcher Punkt ist nun erreicht."

Seine ehemalige Schülerin will er jedenfalls nicht mehr wiedersehen. "Jemanden wie Frauke mit so einem Menschenbild und mit plumper Verdrehung der Wahrheit möchte ich denn doch nicht mehr treffen. Das widerspricht allem, für das ich (auch in meiner Literatur) stehe." (far)