Für die Ermittler steht fest: Drei kleine Kinder wurden aus dem ersten Stock einer Flüchtlingsunterkunft in Nordrhein-Westfalen geworfen. Dringend tatverdächtig ist ihr Vater.

Weil er seine drei Kinder (1, 5 und 8) aus einem Fenster einer Flüchtlingsunterkunft im nordrhein-westfälischen Lohmar geworfen haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Bonn Haftbefehl gegen den 35-jährigen Vater beantragt. Sie wirft dem Mann versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen vor.

"Staatsanwaltschaft und Polizei liegen gesicherte Erkenntnisse dafür vor, dass die Kinder aus den Fenstern geworfen wurden", teilten die Ermittler am Dienstag mit. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei dem Fenstersturz um einen Unfall gehandelt habe.

Hintergründe zu der Tat vom Montag waren zunächst nicht bekannt. Die Kinder befinden sich der Staatsanwaltschaft zufolge nicht in Lebensgefahr, wurden aber teilweise schwer verletzt.

Zeugen hatten der Polizei berichtet, dass der Fünfjährige und seine achtjährige Schwester am Montagnachmittag aus Fenstern im ersten Stock des Hauses gestoßen wurden. Mittlerweile gehen die Ermittlungsbehörden davon aus, dass der Vater auch seinen einjährigen Sohn aus dem Fenster warf.

Der 35-Jährige, der am Montag nach dem Vorfall vorläufig festgenommen worden war, habe bereits Anfang Januar seine Frau angegriffen. Er wurde daraufhin wegen Körperverletzung angezeigt und durfte die gemeinsame Wohnung der Familie zehn Tage lang nicht betreten. Mit Einverständnis seiner Frau zog er allerdings schon wenige Tage später wieder in die Wohnung ein.© dpa