Noch immer erreichen Hunderte Flüchtlinge Griechenland. Die Lage in Idomeni bleibt kritisch.

Der Zustrom von Migranten nach Griechenland hält auch nach Inkrafttreten des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei an.
Im Lager von Idomeni an der Grenze zu Mazedonien sollen nach neuesten Angaben des Krisenstabes rund 13.250 Menschen sein.
Am Zaun hängen Flüchtlinge ihre Kleidung zum Trocknen auf.
Am Samstag fegten heftige Sturmböen über die Ebene unmittelbar an der Grenze zu Mazedonien. Sie drohten die kleinen Zelte der Camp-Bewohner aus ihrer Verankerung zu reißen.
Noch vor einer Woche hatte es viele Tage hindurch unablässig geregnet.
Wiesen und Felder, auf denen die Notbehausungen stehen, verwandelten sich binnen kürzester Zeit in Schlammseen.
Gedränge vor einem Lkw mit Hilfslieferungen ...
Bei den Essensverteilungen der internationalen Helfer kommt es gelegentlich zu Streit und Rempeleien, wenn sich jemand vordrängeln möchte.
Den Flüchtlingen wird geraten, das Camp zu verlassen und in andere Unterkünfte zu gehen. Doch die Mehrheit der Migranten weigert sich.
Sie hoffen, dass die mazedonische Seite den Zaun doch noch öffnet und dass sie dann nach Mitteleuropa weiterreisen können.
Diese vage Chance wollen sie auf keinen Fall in einem anderen Lager verpassen.
Auf der Route von der Türkei über Griechenland und den Balkan waren im vergangenen Jahr schätzungsweise 850.000 Flüchtlinge nach Nordwesteuropa gelangt. Mazedonien hat die Grenze mittlerweile geschlossen. Hier ist kein Durchkommen mehr.
Aber ständig kommen Asylsuchende nach, die Griechenland über die östliche Ägäis erreicht haben. Die Zahl der Flüchtlinge, die sich in Griechenland aufhalten, stieg erstmals über die Marke von 50.000: Der Krisenstab bezifferte ihre Zahl auf 50.411.
Das Problem in Idomeni: Das Lager unmittelbar an der Grenze zu Mazedonien war ursprünglich als Übergangsstation gedacht. In den wetterfesten Großzelten des UN-Hilfswerks UNHCR haben nur 2.400 Menschen Platz. Flüchtlinge stellen eigene Zelte dazu.
Vor allem die Kinder leiden unter der enormen Belastung. "Diese Flüchtlinge mögen robust wirken, aber so etwas fordert von ihnen einen hohen Preis, in Hinsicht auf ihre Gesundheit und Hygiene, besonders bei den Kindern", sagt UNHCR-Sprecher Babar Baloch.
Allen Widrigkeiten zum Trotz - Flüchtlingskinder spielen abseits des Camps.
Wie geht es weiter? Auch der Türkei-Gipfel bringt keine Klarheit für die Flüchtlinge in Idomeni. Ihr Schicksal bleibt vorerst ungewiss. Denn: Der Pakt betrifft nur Asylsuchende, die seit Sonntag über die Ägäis in Griechenland eingetroffen sind.
Viele Flüchtlinge glauben, dass alles darauf hinausläuft, die Grenzen nach Europa wieder völlig zu öffnen.
Immer wieder diskutieren gestrandete Asylsuchende alternative Fluchtrouten. Doch der Balkan mit seinen tief verschneiten und bergigen Gebieten ist ein schwieriges, ihnen unbekanntes Terrain.