Deutschland will Syrien eine halbe Milliarde Euro mehr Geld zukommen lassen, um die Not im Bürgerkriegsland zu lindern. Das Geld geht an das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR. Insgesamt werden mehr als sieben Milliarden Euro gebraucht.

Angesichts der Lage in Syrien und den Nachbarregionen will die Bundesregierung nach einem Zeitungsbericht dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR 500 Millionen Euro mehr zusagen.

Unicef: Anteil der Kinder verdreifacht - UN fürchtet besondere Gefahr.

Das wolle Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Londoner Geberkonferenz für Syrien und die umliegenden Regionen am Donnerstag bekanntgeben, berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung auf Regierungskreise.

Deutschland zahlt 1,5 Milliarden Euro

Damit würde sich die deutsche Leistung im laufenden Jahr auf 1,5 Milliarden summieren. Nach UN-Schätzung muss die Weltgemeinschaft mehr als sieben Milliarden Euro aufbringen, um die Not der Bürgerkriegsopfer in dem Land zu lindern.

Deutschland gehört neben den USA, Großbritannien, Japan und der EU zu den fünf größten Gebern, die mehr als 60 Prozent der UNHCR-Hilfsprogramme finanzieren.

Bisher mehr als sechs Millionen Euro gesammelt

Die humanitäre Lage im Bürgerkriegsland Syrien ist seit Jahren katastrophal. Auch Millionen in Nachbarländer geflüchtete Syrer brauchen Hilfe.

Bei bisher drei Geberkonferenzen in Kuwait sammelte die internationale Staatengemeinschaft mehr als sechs Milliarden Euro ein. Doch die versprochenen Gelder reichen bei weitem nicht aus - und werden auch nicht immer vollständig überwiesen.

  • Januar 2013: Bei der ersten Geberkonferenz kommen Zusagen für 1,5 Milliarden US-Dollar (etwa 1,1 Milliarden Euro) als Hilfe für die Millionen Opfer der seit 2011 dauernden Krise.
  • Januar 2014: Regierungen sagen auf der zweiten Geberkonferenz Hilfsgelder von rund 2,4 Milliarden US-Dollar (etwa 1,7 Milliarden Euro) zu. Die Vereinten Nationen schätzen jedoch, dass 6,5 Milliarden Dollar benötigt werden, um 2014 für die betroffenen Menschen Nothilfe bereitstellen zu können.
  • März 2015: Auf der dritten Geberkonferenz in Kuwait werden 3,8 Milliarden Dollar (etwa 3,5 Milliarden Euro) in Aussicht gestellt. Die UN gehen allerdings von einem Bedarf von 8,4 Milliarden Dollar aus.

Empört bis entsetzt haben deutsche Politiker auf die Forderung der der AfD reagiert, im Extremfall Schusswaffen gegen Flüchtlinge einzusetzen. Ganz nüchtern analysierte das nun Politikwissenschaftler Florian Hartleb: Die Partei verhalte sich "ganz typisch", sagt er im Interview mit "n-tv".

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