Normalerweise interessieren Anwohnerversammlungen von 500-Seelen-Dörfern kaum jemanden. Der sächsische Ort Bad Schlema hat nach einer solchen Versammlung jedoch sogar international Aufsehen erregt. Der Grund ist die umstrittene Aussage des örtlichen Bürgermeisters Jens Müller.

Noch bis vor wenigen Tagen kannte wohl kaum jemand den 500-Seelen-Ort Bad Schlema in Sachsen. Das hat sich mit einer Anwohnerversammlung schlagartig geändert.

Ein Mann hatte erzählt, seine Enkelin sei auf dem Schulweg von Flüchtlingen angepöbelt worden. Dann fragt er den anwesenden Bürgermeister, Jens Müller: "Wie wird es im Sommer, wenn die Kinder leichter bekleidet sind?"

Müllers Antwort erhitzt nicht nur die Gemüter auf der Anwohnerversammlung: "Ganz einfach, in dem man dort nicht provoziert und entlang läuft ..." Der Rest geht in Pfiffen und Buh-Rufen unter.

Video geht um die Welt

Weil ein Anwesender das Ereignis filmt und auf Youtube stellt, erlangen Bad Schlema und sein Bürgermeister nun zweifelhaften Ruhm. Sowohl das englische Boulevard-Blatt "The Sun" als auch der russische Kreml-treue Sender "Russia Today" sowie weitere internationale Medien wurden auf die Geschichte aufmerksam.

Vor allem in Russland wird derzeit sehr emotional aufgeladen über die Flüchtlingssituation in Deutschland berichtet. Und auch die "Sun" titelte: "Bürgermeister sagt jungen Mädchen, provoziert Migranten nicht zu sexuellen Übergriffen".

Müller selbst hat sich bislang noch nicht zu dem Vorfall geäußert. (ska)