Österreich beschließt eine Flüchtlingsobergrenze. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer findet das so gut, dass er einen Tweet absetzt. Doch das ging nach hinten los, der Politiker erntet dafür Hohn und Spott. Eine Steilvorlage für Satiriker Jan Böhmermann.

Einen Kursschwenk in der Flüchtlingspolitik – das fordert die CSU von Kanzlerin Angela Merkel.

Vorbild Österreich

Die aber reagiert nicht und so sucht die Schwesterpartei der CDU nach Vorbildern, um ihrer Forderung Gehör zu verschaffen. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat eines gefunden: Österreich. Das Nachbarland hat sich auf eine Flüchtlingsobergrenze festgelegt.

Die Regierungskoalition in Österreich und die Ministerpräsidenten des Landes hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, dass bis Mitte 2019 nur noch höchstens insgesamt 127.500 Asylbewerber nach Österreich kommen dürfen.

Für das laufende Jahr sind 37.500 Flüchtlinge vorgesehen.

Scheuer findet das Vorpreschen Österreichs gut. "Die Österreicher machen's. Also müssen wir es auch machen", twitterte er am Mittwoch. Eine Steilvorlage für Kabarettist Jan Böhmermann, der sarkastisch auf die Nazi-Zeit verweist.

"Wenn uns Deutsche die Geschichte eines gelehrt hat, dann, dass die Österreicher politisch immer die allergeilsten Ideen haben", konterte der Satiriker. Sein Tweet wurde mehr als Viertausendmal geliked und Zweitausendmal geteilt.

Nicht die einzige Reaktion, die Scheuers Forderung ausgelöst hatte.

Die meisten Kommentare wurden in ironischem Unterton verfasst. Besonders süffisant ist eine Antwort von Twitter-User Steffen, der auf die konservative Haltung der CSU zur Homo-Ehe anspielt.

(far)