Die Bundesregierung setzt bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise weiter auf europäische Lösungen. Innenminister Thomas de Maizière und Vizekanzler Sigmar Gabriel gaben indes bekannt, dass sie spürbare Änderungen in der Flüchtlingsdebatte wollen.

"Der Schutz der europäischen Außengrenzen hat zeitlich und inhaltlich Vorrang vor nationalen Lösungen", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nach einem Bericht der "Welt" (Online: Donnerstag/Print: Freitag) beim diesjährigen "Wirtschaftsgipfel" der Tageszeitung. "Wir müssen und wollen den Zustrom von Flüchtlingen spürbar und nachhaltig reduzieren."

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Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vertrat dem Bericht zufolge die Ansicht, eine Million Flüchtlinge pro Jahr seien dauerhaft nicht zu schaffen. "Jedenfalls nicht, wenn wir die Leute anständig behandeln wollen." EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker warnt vor Kleinstaaterei in der Gemeinschaft. "Wir sind dabei, weltweit an Reputation zu verlieren."

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bezeichnete die Flüchtlingskrise und die Terroranschläge der vergangenen Wochen als "Rendezvous mit der Globalisierung". Gleichzeitig warnte er davor, die innereuropäischen Grenzen wieder zu schließen: "Wer glaubt, Schengen aufgeben zu können, weil das nichts an der europäischen Integration ändere, der täuscht sich. Wenn Schengen scheitert, werden die Grundfreiheiten nicht mehr die alten sein."