Die Türkei kann syrische Flüchtlinge nach den Worten von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nicht zum Verbleib im Land zwingen. Zudem erhebt er schwere Vorwürfe gegen die Europäische Union.

Wer in der Türkei Zuflucht suche, sei weiterhin willkommen, sagte Erdogan am Mittwoch in Ankara. "Aber denjenigen, die weiterziehen wollen, um in westlichen Ländern eine Zukunft zu suchen, denen werden wir nichts sagen."

Vor dem bevorstehenden EU-Gipfel äußerte Recep Tyyip Erdogan sich extrem pessimistisch zu den Perspektiven, den Flüchtlingszustrom in die EU zu bremsen. "Egal wie grob, wie gnadenlos, wie gewissenlos die westlichen Länder sich verhalten, sie haben keine Chance, diesen Strom unter Kontrolle zu halten."

Das Schicksal der Kanzlerin hängt auch von der Solidarität der EU ab.

Erdogan erhob Vorwürfe gegen die EU. "Es geht nicht mehr um Geld und Finanzierung, ohnehin hat die Europäische Union auch in dieser Sache ihr Versprechen noch nicht einhalten können." Es gehe um eine sichere Zukunft für Millionen Menschen. Die EU hat der Türkei drei Milliarden Euro Finanzhilfen in der Flüchtlingskrise zugesagt. Das Geld ist nach Angaben aus der Regierung in Ankara noch nicht gezahlt worden.© dpa