Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), hat vor dem EU-Gipfel zur Flüchtlingskrise vor einem Scheitern der Europäischen Union gewarnt.

"Auch wenn wir noch einmal 100 Stunden beieinandersitzen müssen, um einen wirkungsvollen europäischen Ansatz hinzubekommen, ist mir das lieber, als wenn der ganze Laden vor die Wand fährt", sagte Schulz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dem 30 Tageszeitungen angehören.

Kein Essen, keine Unterkunft: Berichte aus Flüchtlingscamp schockieren.

Die einfache und schnelle Lösung gebe es in der Flüchtlingskrise nicht, sagte Schulz. Deutschland sei in der Flüchtlingspolitik keineswegs isoliert. Es gebe in den anderen EU-Ländern durchaus Anerkennung für den Umgang der Menschen und der Regierung in Deutschland mit der "enormen Herausforderung der Flüchtlingskrise".

Schulz unterstützte zugleich die Forderung des SPD-Parteichefs und Vizekanzlers Sigmar Gabriel nach einem Solidarpakt für die Bevölkerung in Deutschland. Es sei "schon interessant, dass immer dann, wenn Sozialdemokraten mehr Hilfe für Arbeitnehmer, Rentner oder Familien fordern, dies reflexartig als Neiddebatte abgetan" werde, kritisierte der SPD-Politiker.© AFP

Kein Konflikt war in ihrer Kanzlerschaft bisher so gravierend wie die Flüchtlingskrise. Merkel wehrt sich gegen deutsche Abschottung und kämpft um internationalen Zusammenhalt. Und um ihr politisches Erbe. Eine womöglich entscheidende Wegmarke: Der EU-Türkei-Sondergipfel.