Dieses Interview geht unter die Haut: Der 42-jährige Safoan aus Syrien spricht über seine Situation und seine Gefühle. Der Flüchtling sagt: "Wenn die Situation besser und der Krieg beendet wären, würde ich das Interview sofort abbrechen und zurück zu meiner Familie laufen."

Die Facebook-Seite "JUST People" stellt verschiedene Menschen vor, mit dem Ziel, Vorurteile abzubauen. "Um Menschen in die Augen zu schauen, mit denen man sonst nie in Kontakt käme". So umschreiben die Initiatoren von "filmfreunde.tv" um Christian Suhr das Ziel ihres neuen Projekts.

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Einer ihrer ersten Clips geht auch gleich richtig unter die Haut. Im Gespräch: der 42-Jährige Safoan, ein syrischer Flüchtling in Deutschland.

"Ohne meine Familie kann ich nicht leben"

"Ich habe im Fernsehen und im Internet gesehen, wie die Deutschen die Flüchtlinge willkommen geheißen haben", sagt der Mann im Gespräch - und wünscht sich vor allem, dass auch seine Familie nach Deutschland kommen darf. Sollte das nicht möglich sein, "werde ich nach Syrien zurückkehren, weil ich ohne meine Familie nicht leben kann".

Auch über seinen Tagesablauf spricht er: "Ich versuche meine Zeit mit der Hilfe für andere Menschen zu verbringen. Und abends gehe ich zur Schule." Sein Ziel: Er möchte möglichst schnell Deutsch lernen.

"Ich würde nicht einen Moment länger hier bleiben"

Und dann wird das Gespräch emotional. "Wenn die Situation besser und der Krieg beendet wären, würde ich das Interview sofort abbrechen und zurück zu meiner Familie laufen. Ich würde nicht einen Moment länger hier bleiben", sagt Safoan. Und ergänzt, dass er sich nichts mehr wünscht, als wieder mit seinen Liebsten vereint zu sein: "Ich möchte wieder das Lachen auf den Gesichtern meiner Kinder sehen."

Das ganze Video sehen Sie hier:

Während das Video auf Facebook mehr und mehr geteilt wurde, entwickelte sich unter dem Beitrag eine Diskussion. In den Kommentaren erzählten die Verantwortlichen von "JUST People" mehr über Safoan. Wichtiges Detail: Seine Familie konnte es sich nicht leisten, gemeinsam mit ihm nach Deutschland zu reisen - deshalb machte er sich alleine auf den Weg, um hier einen Job zu finden, der es ihm ermöglicht, später auch die Reise für seine Familie zu bezahlen.

Zudem habe er, so ist dort zu lesen, seine Familie nicht im Stich gelassen. Im Gegenteil. Sein Bruder und sein Vater hätten sich bereit erklärt, auf den Rest der Familie aufzupassen, während Safoan versucht, der Familie in Deutschland eine bessere, sichere Zukunft zu ermöglichen.