Neue Spannungen im Lager von Idomeni: Flüchtlinge blockierten am Mittwoch die Eisenbahnstraße, die Angst vor Gewaltakten wächst.

Im Flüchtlingslager von Idomeni haben Insassen erneut die Öffnung der mazedonischen Sperranlagen gefordert.

Dutzende Migranten blockierten am Mittwoch die Eisenbahntrasse zwischen Griechenland und Mazedonien, wie das Staatsfernsehen ERT berichtete. Griechische Bahnen brachten alte Schlafwagenwaggons nach Idomeni, um rund 250 Menschen einen Schlafplatz im Trockenen zu bieten.

"... dann wollen wir hier sterben"

Am Vorabend hatten sich aufgebrachte Migranten geweigert, das Abendessen zu sich zu nehmen und hinderten andere Menschen daran, es sich zu holen. "Wenn wir hier nicht wegkommen, dann wollen wir hier alle sterben", sagten sie Reportern vor Ort.

"Die Menschen hier tun sich aus lauter Verzweiflung selbst Schlechtes an", sagte der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Babar Baloch, der Deutschen Presse-Agentur. In Idomeni harren nach Schätzungen des Krisenstabs aktuell gut 13 000 Menschen aus. Sie wollen weiter Richtung Norden, meist nach Deutschland.

Aus Furcht vor Gewaltakten wütender Migranten zogen die meisten humanitären Organisationen einen Teil ihrer Mitarbeiter in der Nacht auf Mittwoch aus dem Lager ab, wie der UNHCR-Sprecher mitteilte.

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